publiziert: 15.02.2017 15:55 Uhr
aktualisiert: 23.02.2017 03:33 Uhr
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Trio, Rosen und Romantik

Zum Valentinstag gibt es in der ehemaligen Synagoge ein ungewöhnliches Konzert
  • Wenn schon Rosen, dann auch verteilen: Einen ganzen Strauß wurde die Sopranistin singend beim Publikum los. FOTO: Markus Häggberg 
    Markus Häggberg
  • Ein Korrepetitor hat es schwer: Er kann, wie Stefan Glaßer, eigentlich nur durch wohltemperierte Zurückhaltung im Dienst des Ensembles glänzen. 
    FOTO: Markus Häggberg
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Liebes- und Rosenlieder. Zum Valentinstag und in der ehemaligen Synagoge. Und wie steht es um die eigene Romantik? „Ich bin mehr so der nüchterne Typ“, verriet der Mann am Klavier nach dem Konzert. Seine Frau an der Flöte kann das bestätigen.

Und Sopranistin Daniela Röthlingshöfer-Müller muss auch schmunzeln und etwas eingestehen: „Eigentlich bin ich nicht wirklich romantisch. Ich habe außerdem einen Mann, der auch nicht sehr romantisch ist.“ Dass ausgerechnet diesem Trio das Heraufbeschwören von Romantik und Poesie gelang, muss wohl am Können liegen.

Rosen über Rosen

Reist das Ensemble mit eigenem Dekor? Wer die ehemalige Synagoge im Herzen der Innenstadt betrat, dem fielen sofort die vielen Rosen auf und entlang der Bühne auf. Auch der Flügel war überhäuft, die Notenständer in Tüll gehüllt und mit Rosen versehen.

Querflötistin Corinna Frühwald trug eine Rose im Haar, Pianist Stefan Glaßer eine solche am Revers und die Sopranistin schmückte sich mit textiler Rosenornamentik.

Das Trio, allessamt Konservatoriumsabsolventen aus dem Nürnberger Raum, weiß ein Thema auszugestalten. Nicht nur musikalisch. „Schon kleine Tradition“ hätten die Valentinstagkonzerte, bemerkte für die Stadt Lichtenfels als Gastgeberin Christine Wittenbauer. Wer hier im Publikum saß, der habe darum die Tickets schon früh zu buchen gehabt. Die mussten begehrt gewesen sein, kaum ein Platz blieb frei.

Zwischen Tradition und Moderne bewegte sich das Programm, kein Separatismus also zwischen E- und U-Musik, vielmehr ein Schlendern durch - bezieht man das 21ste ein - vier Jahrhunderte, in denen Dichter und Musiker von Rosen und Liebe sprachen.

Kunstlied neben Schlager, Volkslied neben Hitparade. Das Heiden-Röslein, welches einem hier begegnete, war nicht die gängige geschliffene und allseits bekannte Tonabfolge, sondern Franz Schuberts Kunstlied, welches einer Sopranistin gerade zum Versausklang einiges abverlangt. Doch wenn schon das Wort von der Romantik fällt, dann hatte das Trio mit Johannes Brahms und Carl Maria v. Weber zwei ureigenste Vertreter aus zumindest dieser Ära im Programm. Dramatisch gut auszugestalten wusste Daniela Röthnlingshöfer-Müller mittels ihrer Stimme von Webers „Ich sah ein Röschen am Wege stehen“. Beeindruckend, wie ihre Stimme mit Frühwalds Flöte passagenweise eine stimmliche Schwesternschaft einging.

Beeindruckend auch, wie erstaunlich kurz eine Betrachtung zur „Monatsrose“ von einem Phillip zu Eulenburg (1847-1921) in Noten gesetzt werden konnte. Und gleichfalls erstaunlich, wie unverbraucht eine rauf- und runtergespielte Pop-Schnulze wie Elton Johns „Can you feel the love tonight“ dank des Formats aus Klavier, Sopran und Querflöte klingt.

Lebensbejahende Titel

Das Ensemble, welches auch ein Programm mit Mondliedern führt, bewährte sich somit auch bei der Auswahl der insgesamt 22 liebesbejahenden Titel zwischen Klassik und der Knef. Sogar von Scott Joplin, dem womöglich unbekanntesten bekannten Jazz-Heroen, bekannt eigentlich nur über seinen „The Entertainer“, wurde ein „Rose Leaf Rag ausgekramt. Endlich auch Gelegenheit für einen Korrepetitor zu zeigen, was er am Flügel drauf hat.

Knapp zwei Stunden begeisterten die Musiker ein Publikum im Alter 50+. Das habe, glaubt man der Sopranistin, auf Gegenseitigkeit beruht. Schließlich „spiegelt der Künstler ja das Publikum wider“. Alles prima, hüben wie drüben Begeisterung. Nur das Cis am Flügel der Synagoge hat Glaßer ein wenig geärgert.

Von unserem Mitarbeiter

Markus Häggberg

    
    

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