publiziert: 14.02.2017 16:15 Uhr
aktualisiert: 22.02.2017 03:33 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text OBERLANGHEIM

Von Wölfen, Lerchen und Zäunen

Bauernverband tischt bei agrarpolitischer Schlachtschüssel kritische Themen auf
  • Diskutierten mit den Landwirten: (v. li.) BBV-Geschäftsführer Hans Rebelein, Kreisobmann Michael Bienlein, der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner und Landrat Christian Meißner.FOTO: Gerda Völk 
    Gerda Völk
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Es sind vielfältige Themen, die den Landwirten im Landkreis Lichtenfels auf den Nägeln brennen. Dies wurde bei der traditionellen agrarpolitischen Schlachtschüssel des Bauernverbands im Gasthof Dinkel in Oberlangheim deutlich. Dabei wurden Themen wie die „neuen Bauernregeln“, eine mögliche Rückkehr des Wolfes, die Zäunung der ICE-Trasse, ein geplanter Lerchen-Streifen und die Flurneuordnung im oberen Landkreis angesprochen.

Auch unter den heimischen Landwirten kam die von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks initiierte Kampagne mit den „neuen Bauernregeln“ alles andere als gut an. „Es steht kein Schwein auf einem Bein“, erklärte Michael Bienlein, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Was ihn allerdings freute war, dass die Kampagne nach massiven Protesten gestoppt wurde. Und dass die heimische Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner einen Protestbrief geschrieben hatte.

Einzäunung gewünscht

Mit der Inbetriebnahme der ICE-Neubaustrecke steht Schäfer Anton Wunderlich vor einem ganz andern Problem. Was passiert wenn Tiere auf die Schienenstrecke geraten? „Die Strecke gehört ganz sauber eingezäunt“, fordert Wunderlich daher. So wie es entlang von Autobahnen bereits üblich sei. Landrat Christian Meißner machte darauf aufmerksam, dass diesbezüglich bereits Gespräche geführt wurden. Meißner geht nach Abzug aller bereits vorhandenen Schutzmaßnahmen wie Tunnel und Lärmschutzmaßnahmen von einer Streckenlänge von zehn Kilometern aus.

Angesichts der Milliarden, die für die Trasse ausgegeben wurden, sollte es an den Kosten für die Zäunung nicht scheitern. Eine weitere Sorge, die den Wanderschäfer umtreibt, ist der Wolf. Die Population des Wolfes nimmt jährlich um 25 Prozent zu, rechnet Wunderlich vor. Für die Beweidung seiner Schafe stehen dem Schäfer rund 250 Hektar zur Verfügung. Zuwenig um dem Wolf nachhaltig auszuweichen. Was es braucht sei eine wolfssichere Einzäunung der Weideflächen.

Das Frühjahr kommt und die Landwirte möchten ihre Ackerflächen bearbeiten. Darunter auch eine Gruppe aus dem Landkreis Lichtenfels, denen Flächen im Landkreis Bamberg gehören, auf denen Reste von Munition gefunden wurden. Jetzt machen sich die Grundstückseigentümer darüber Gedanken, wie es weiter geht. Wann ihre Flächen betreten werden dürfen, und wer die Kosten für die Entsorgung übernimmt.

Laut Landrat Christian Meißner habe Staatssekretär Gerhard Eck zugesichert, dass für das Problem eine Lösung gefunden werde. „Ich nehme ihn beim Wort.“ Aktuell wissen die betroffenen Landwirte nicht, wann sie mit der Bewirtschaftung ihrer Flächen beginnen können. „Die Pflanzen warten nicht, bis ein Bürokrat etwas entschieden hat“, erklärte Bienlein.

Thema „Flurneuordnung“

In der Summe sind es „regionale Themen“, die im Verlauf des gut zweistündigen Gespräches angesprochen werden. Die Landwirte fühlen sich im Stich gelassen und haben das Gefühl nur noch Erfüllungsgehilfe zu sein. Im oberen Landkreis ist es ein Verfahren zur Flurneuordnung im Bereich „Seubersdorf-Modschiedel-Weiden“. Dort sollen große landwirtschaftliche Flächen querdurch einen sogenannten „Lerchen-Streifen“ erhalten. Dem Singvogel aus der Familie der Sperlingsvögel stünde dann ein rund fünf Meter breiter Grünlandstreifen zur Verfügung. Was die betroffenen Landwirte ärgert ist, dass es für so ein Projekt noch keine belastbaren Zahlen gibt und keine Untersuchung über die Sinnhaftigkeit des Vorhabens.

Bislang gab es mit dem Vogel keine Probleme, sagen sie. Einzig der Fuchs könnte davon profitieren, da er die Lerche dann besser sehen kann, erklärte ein Landwirt sarkastisch. Auf jeden Fall würde so ein Streifen die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Fläche verkleinern. „Es kann nicht sein, dass man nach der Flurneuordnung weniger Flächen erhält“, sagt Kreisobmann Michael Bienlein.

Von unserer Mitarbeiterin

Gerda Völk

    
    

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