publiziert: 26.03.2014 18:37 Uhr
aktualisiert: 27.03.2014 00:12 Uhr
» zur Übersicht Lichtenfels
    
    
Artikel
 
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text LICHTENFELS/WEISMAIN

Bunte Ballons gegen braunen Mief

Bündnis „Obermain ist bunt“ geht gegen NPD-Infostand in Lichtenfels und Weismain auf die Straße
  • Bunt gegen braun: Mit Luftballons und Präsenz will das Bündnis „Obermain ist bunt“ zeigen, dass braune Parolen in der Demokratie unerwünscht sind. Sprecherin Anne Salzbrenner, Frank Ziegler (engagiert beim Weißen Ring), DGB-Kreisvorsitzender Heinz Gärtner und der neu gewählte Bürgermeister Andreas Hügerich zeigen schon einmal wie es geht. 
    Foto: Tim Birkner
Bild   von  
 

„Die wichtige Botschaft lautet: alle Fraktionen aus dem Stadtrat stehen gemeinsam gegen rechtsextreme Politik. In einem demokratischen Staat hat sie nichts zu suchen“, sagt Christian Bauer von den Jungen Bürgern. Die Jungen Bürger werden bis Samstag rund 1000 bunte Luftballons in die Briefkästen in der Lichtenfelser und Weismainer Innenstadt werfen. Wer zeigen möchte, dass ihm die rechte Politik zuwider ist, kann die Ballons aufblasen und an sein Fenster hängen.

Das Bündnis „Der Obermain ist bunt“ ruft dazu auf, weil die NPD am Samstag in Lichtenfels und Weismain mit einem Infostand anrücken will. „Wir wollen diese Gesinnung nicht“, sagt Anne Salzbrenner, evangelische Stadtpfarrerin und Sprecherin des Bündnisses. Es wird Reden gegen rechts geben, zum Beispiel von der CSU-Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner oder dem DGB-Regionalgeschäftsführer Mathias Eckardt, Musik unter anderem von Dekanatsjugendreferent Reiner Babucke und viele bunte Luftballons. Das Bündnis ist breit aufgestellt, neben den politischen Parteien und Gruppierungen von Jungen Bürgern, über CSU, Freie Wähler, SPD und Grüne, sind die Kirchen, Gewerkschaften, Kreisjugendring und die Dekanatsjugend mit engagiert. Das Bündnis hat sich erst Anfang März neu formiert und möchte nun Kräfte bündeln, um schneller auf rechtsextreme Umtriebe zu reagieren.

„Alle Fraktionen aus dem Stadtrat stehen gemeinsam gegen rechte Politik“
Christian Bauer Junge Bürger

„Unterstützer kommen auch aus Bayreuth und Bamberg zu uns an den Obermain“, sagt Heinz Gärtner, Kreisvorsitzender des DGB.

Die NPD hat beim Landratsamt beantragt, mit ihrem Infostand am Samstag von 11 bis 12 Uhr in Lichtenfels auf dem Marktplatz zu stehen und von 12.30 bis 13.30 Uhr in Weismain. „Obermain ist bunt“ möchte jeweils eine halbe Stunde vor Beginn präsent sein und eine halbe Stunde länger bleiben. Auf dem Lichtenfelser Marktplatz sind die Redner, Musiker mit ihren bunten Luftballons von 10.30 bis 12.30 Uhr. In Weismain sind die bunten Demokraten entsprechend zwischen 12 und 14 Uhr präsent. In einem Flugblatt erinnert das Bündnis an den 21. April 2012 in Weismain: „Wir konnten der NPD mit einem bunten Fest und vielen Menschen entgegentreten“, schreiben die Initiatoren.

Versammlungen unter freiem Himmel müssen vom Landratsamt nicht genehmigt werden, sie müssen lediglich angezeigt werden. „Das Landratsamt prüft, ob die Versammlung Beschränkungen unterzogen oder verboten werden muss“, schreibt Pressesprecher Andreas Grosch.

In Lichtenfels wird der Info-Stand der NPD direkt vor dem Rathaus aufgebaut. Das Aktionsbündnis hat den Platz am Floriansbrunnen zugeteilt bekommen. „Ich verstehe das nicht“, sagt Sprecherin Salzbrenner, „damit werden die doch nur aufgewertet.“

In Weismain ist der Stand der Rechtsextremen auf dem Marktplatz, die bunten Gegner stehen vor der katholischen Kirche gegenüber.

Die Polizei in Lichtenfels trifft unterdessen Vorkehrungen, um alle Beteiligten zu beschützen. Gesamteinsatzleiter am Samstag ist Polizeichef Willi Lankes selbst. Er wird zunächst in Lichtenfels und danach in Weismain vor Ort sein. An beiden Standorten hat er Stellvertreter.

„Wir gehen bislang nicht von irgendwelchen Störungen aus. Dafür gibt es keine Hinweise“, sagt Lankes. Allerdings stehen sowohl in Lichtenfels als auch in Weismain Reservekräfte bereit. Sie kommen aus ganz Oberfranken. „Wir nehmen das ernst und sind entsprechend vorbereitet“, sagt Lankes. Für ihn wäre der Stand ohne bunte Gegner die wirksamere Lösung: „Kein Hahn würde danach krähen. So kommen die sich wichtig vor.“

Ob das Landratsamt weitere Beschränkungen den beiden Gruppen auferlegt, will das Amt nach weiteren Beratungen heute bekannt geben. Gestern fanden bereits die sogenannten Kooperationsgespräche mit den beteiligten Ämtern und Akteuren statt - natürlich getrennt nach Rechtsextremen und buntem Bündnis.

Von unserem Redaktionsmitglied

Tim Birkner

    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen.
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Obermain Service

30.06.2016
Obermain Service  (16 Seiten | 4.8 MB)
23.06.2016
Obermain Service  (16 Seiten | 4.55 MB)
    
Anzeige
    

Bad Kurier

30.06.2016
Bad Kurier  (24 Seiten | 3.94 MB)
16.06.2016
Bad Kurier  (24 Seiten | 4.02 MB)
    
Anzeige