publiziert: 02.02.2014 17:57 Uhr
aktualisiert: 02.02.2014 17:57 Uhr
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Ideen miteinander verflochten

Im Stadtschloss sind beim „Zukunftskonzept Flechtkultur“ Denkanstöße gefragt
  • Ideenbörse: Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „Zukunftskonzept Flechtkultur“ im Lichtenfelser Stadtschloss waren Ideen und offenes Denken angesagt. 
    Foto: Gerda Völk
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Monika Faber könnte sich in der Lichtenfelser Innenstadt gut ein Haus der Flechtkultur vorstellen. Christian Barth würde künftige Korbmärkte gerne unter einem Motto stellen und Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann sah auch die Obermain Therme als geeigneten Ort an, um Veranstaltungen rund um das Thema Flechtkultur anzubieten. Kurse mit unterschiedlichen Ansprüchen an festen Orten und zu festen Terminen lautete der Vorschlag von Winfred Bogdahn. Ein weiterer Teilnehmer plädierte dafür, dem Gast nicht nur das Handwerk nahe zu bringen, sondern ihm auch die Region zu zeigen. Sogar der Gedanke an eine Sternfahrt aus überregionalen Flechtzentren sowie deren Vernetzung stand am Ende auf dem Papier.

Über einen Mangel an interessierten Bürgern, Repräsentanten aus Politik, Verwaltung und dem Flechthandwerk konnte sich die Auftaktveranstaltung des Projekts „Zukunftskonzept Flechtkultur“ im Lichtenfelser Stadtschloss nicht beklagen. Ideen und offenes Denken waren gefragt. „Sachverstand und Herzblut sollten zusammenfließen und sich miteinander verflechten, wie es Josef Breunlein, der Vorsitzende des Vereins „Zentrum europäischer Flechtkultur Lichtenfels“ (ZEF) formulierte.

„Eine Kommune sollte sich als Marke verstehen, wie Coca Cola oder BMW.“
Joachim Sator Kommunikationsdesigner

Jede Idee sei es auch wert, ausgesprochen zu werden. Die europäische Flecht- und Flechterszene sieht in der Korbstadt ihr eigentliches Zentrum. Die Erwartungen und Hoffnungen in eine Stärkung der Position als Zentrum der europäischen Flechtkulturen sind groß. Auch die Rahmenbedingungen für Zuschüsse sind laut Breunlein derzeit sehr gut. Besonders bei Konzepten, die länderübergreifend angelegt sind.

Bei der Ideenfindung sollte man sich erstmal nicht von Finanzierungsfragen einbremsen lassen, erklärte Breunlein. „Diese Prüfung komme noch früh genug.“

„Eine Kommune sollte sich als Marke verstehen, wie Coca Cola oder BMW“, sagt Joachim Sator, Diplom-Kommunikationsdesigner und Spezialist für kommunales Marketing. Anhand einiger Beispiele macht Sator deutlich, welche Chance sich einer Stadt bieten, die erst einmal ihre eigene Identität gefunden hat. Als Beispiele dienten ihm das niederländische Bredevoort, eine Stadt die sich als Bücherstadt einen Namen gemacht hat. Oder Buttenheim, den Geburtsort von Levi Strauss, dem Erfinder der Jeans.

Sator spricht von einer Steilvorlage, die Lichtenfels besitzt. „ Flechten ist das große Thema der Identität. Es muss nur gelebt werden.“ Dazu haben sich die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung zu unterschiedlichen Themenfeldern ausgetauscht. Sators sieht seine Aufgabe jetzt darin, alle Ideen zu sammeln, sie so auszuwerten, dass am Ende Arbeitsgruppen gebildet werden können. Danach gilt es Chancen und Risiken abzuwägen, je nach Ausgang könnten die Ideen in realen Projekten münden.

„Flechten ist das große Thema der Identität. Es muss nur

gelebt werden.“

Joachim Sator Kommunikationsdesigner

Für die Umsetzung braucht es passende Organisationsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und Zeitpläne.

Genauso unverzichtbar ist laut Breunlein ein konkretes Finanzierungskonzept. „Erst wenn es gelingt, diese drei Bausteine - Ziele und Maßnahmen, Organisation, Finanzen - in Einklang zu bringen werden wir zu spürbaren Ergebnissen und der angestrebten Nachhaltigkeit kommen“. Flechten sei nun mal das Alleinstellungsmerkmal der Stadt Lichtenfels, betonte Manfred Rauh vom Büro Spinnennetz, der Koordinator dieses richtungsweisenden Projekts.

„Flechtwerk ist mehr als nur Korb“

Der Bundesinnungsmeister des Deutschen Flechthandwerks, Siegfried Katz begrüßt es, dass bei der Ideenfindung auch die Bevölkerung mit eingebunden wird. „Flechtwerk ist mehr nur als nur Korb“, sagt er. Das habe allein schon der letzte Korbmarkt bewiesen.

tm
    
    

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