Spirituals und afrikanische Klänge

Singen macht Freude: Die 50 Sängerinnen und Sänger des Gospelchors „Good News“ überraschten die Zuhörer mit afrikanische... Foto: Thomas Hümmer

BAD STAFFELSTEIN Feste soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen. Diese Weisheit nahm sich auch der Gospelchor „Good News“ zu Herzen und veranstaltete im Saal der Gastwirtschaft „Grüner Baum“ eine Feier zu seinem fünfjährigen Bestehen. Kabarettistin Helga Siebert – selbst Sängerin im Chor – bereicherte den Abend als Moderatorin und erlaubte den Zuhörern so manchen geistigen Blick hinter die Kulissen des Vereins.

Chorleiter Wolfram Brüggemann hatte mit seinem 50-köpfigen Mannschaft eine große Palette an Musikstücken eingeübt. Diese reichte von Spirituals wie „Rock My Soul“ oder „May The Road“ und einem irischen Reisesegen bis hin zu afrikanischen Klängen wie „Oh Freedom“. Bei den Liedern mit afrikanischer Herkunft wurde der Chor von Elias Hertel auf dem Djembe – einer Bechertrommel – begleitet.

75 Sänger

Helga Siebert erzählte auf kabarettistische Art von den Anfängen des Gospelchors. Die ersten Treffen fanden im Jahr 2008 im Museum der Stadt Bad Staffelstein statt. Sie sprach von einer „freundlichen Übernahme der Liedertafel“ und freute sich, dass drei Mitglieder des damaligen Vereins heute noch aktiv bei „Good News“ mitsingen.

Die aus Hamburg stammende Kabarettistin gab die Zahl der Mitglieder mit 75 an. „Das nennt man in Hamburg einen ordentlichen Batzen“, sagte sie. Siebert erzählte auf lustige Art und Weise von den Berufen der Sänger. Wir haben eine Bäckerin, eine Müllerin, einen Psychologen und eine Altenpflegerin in unseren Reihen – man weiß nie, wie man diese Berufe einmal gebrauchen kann, sagte Siebert.

Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Stich freute sich mit dem Chor über dessen guten Leistungen. Viele Chöre hätten in der jetzigen Zeit Nachwuchsprobleme. Nicht so bei den Staffelsteinern. „Ihnen ist es gelungen, mit der Zeit zu gehen“, sagte Stich.

Auch der Präsident des Fränkischen Sängerbundes, Peter Jacobi, freute sich mit „Good News“. Er erinnerte an des Bundessingen, das 2011 in Bad Staffelstein stattfand und bei dem über 40 Chöre beteiligt waren. Er wünschte dem Chor weiterhin viel Freude am Singen und dem Chorleiter viele Eingebungen, um die Zuhörer weiter zu begeistern. Er schloss seine Rede mit dem Zitat von Friedrich Nietzsche „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“.

Siebert erinnerte an Chor-Reisen wie zum Beispiel nach Hamburg oder nach Marienbad und an Auftritte zu Hochzeiten oder Jubiläen. Die Sänger würden vom Chorleiter immer wieder gefördert und gefordert, wie beim Auswendiglernen eines Liedtextes auf Norwegisch. „Mal sehen, was sich der Brüggemann als Nächstes wieder ausdenkt“, sagte die Kabarettistin. Auswendig lernen sei jedoch gut für die graue Zellen, sagte sie.

Bei einem Liedvortrag setzte eine Gruppe Sängerinnen zu bald ein. Brüggemann quittierte diesen kleinen Ausrutscher mit: „Nach fünf Jahren denkt der Chor, er braucht keinen Chorleiter mehr“. Helga Siebert interpretierte das Lied „Für immer jung“ von Karel Gott und Bushido auf ihre Art und fragte sich, was Künstler denn für Geld noch so alles machen würden. Ein kluger Mann soll einmal gesagt haben: „Ein guter Gesang wischt den Staub vom Herzen“, sagte Siebert.

Der stellvertretende Landrat Helmut Fischer betonte, dass ein fünfjähriges Chorjubiläum außergewöhnlich sei. Entweder würde er zu einem 100-jährigen Jubiläum eingeladen oder zur Aufgabe eines Gesangvereins wegen Nachwuchsmangels. „Der Bad Staffelsteiner Gospelchor hingegen ist für die Zukunft gut gewappnet“. „Er sehe viele junge Gesichter“.

„Ein guter Gesang wischt den Staub vom Herzen.“

Helga Siebert,

Kabarettistin

Siebert sagte zum Abschluss: „Gesungen werden kann überall“ und „Wir feiern uns an diesem Tag auch ein bisschen selber“. Als Dank für die Moderation wurde an Helga Siebert ein Blumenarrangement überreicht. Chorleiter Wolfram Brüggemann bedankte sich bei der Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein, vertreten durch Ottmar Kerner, für ihre finanzielle Unterstützung.

Humorvoll: Kabarettistin Helga Siebert moderierte den Abend.