VIERZEHNHEILIGEN

Die Liebe ist ein großes Geschenk

Pater Heribert segnet ein Paar am Gnadenaltar. Foto: Andreas Welz

„Was bleibt, stiften die Liebenden“ war das Thema des ökumenischen Segnungsgottesdienstes am Sonntag in der Basilika. Dazu hatten die Franziskaner, die Franziskusschwestern und die evangelisch-lutherische Gemeinde Bad Staffelstein-Herreth eingeladen. In jedem Jahr erinnert der Valentinstag daran, welches Geschenk eine Ehe, eine Freundschaft, eine Partnerschaft ist. Manche stehen am Anfang ihrer Liebe, manche am Neuanfang, manche blicken zurück auf eine Liebes-Geschichte, die sich durch Jahre und Jahrzehnte in guten und in schweren Zeiten bewährt hat.

„Liebe öffnet die Augen, macht einsichtig und weitsichtig, so dass die Welt in neuem Licht erscheint.“
Alexa Hoderlein, Franziskusschwester

Der Rektor der Basilika, Pater Heribert Arens, erinnerte an den Heiligen der Liebenden. Valentin von Rom soll als Priester Liebespaare trotz des Verbots christlich getraut haben und deswegen am 14. Februar 269 hingerichtet worden sein. Zudem habe Valentin den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Symbolisch überreichten die Geistlichen jedem Paar eine rote Rose und segneten sie am Gnaden-, Petrus- und Paulusaltar.

Die fantasievolle Orgelmeditation von Georg Hagel, Regionalkantor des Erzbistums Bamberg, und eine Improvisation über „Ubi caritas et amor“ ließ die Paare noch näher aneinanderrücken.

Schwester Alexia Hoderlein von der Ordensleitung der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen gab meditative Impulse. „Liebe macht blind, so sagt man, aber Liebe öffnet die Augen, macht einsichtig und weitsichtig, so dass die Welt in neuem Licht erscheint.“ Dann erzählte sie die Geschichte von der Bettlerin und der Rose, die der Dichter Rainer Maria Rilke während seines ersten Pariser Aufenthaltes erlebt hatte.

Die Rose stand auch im Mittelpunkt der Predigt von Pfarrer Matthias Hagen von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein-Herreth. Die Rose erinnere an Ehejubiläen oder Hochzeitstage und an den Anfang einer zarten Liebe. Vielleicht mit zitternder Stimme überreicht, mit einem Kloß im Hals oder eher ganz eigen fränkisch: „Da – für dich.“ Dahinter könne sich das ganze Universum der fränkischen Liebesfähigkeit und Liebenswürdigkeit verbergen. Die Rose sei das Symbol der Liebe und des heutigen Tages. „Sie ist ein Zeichen für ein menschliches Gefühl, eine Stimmung, eine Lebenshaltung, die Sie leben, sich wünschen, sich er- oder zurückwünschen, manchmal vermissen, wieder erkämpfen, heute hoffentlich feiern“, so der Pfarrer.

Sehnsucht nach Geborgenheit

Die Rose wecke Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit und damit vielleicht auch den Glauben an den, der alles geschaffen hat, den Schöpfer dieser Rose und der Liebe. Pfarrer Hagen machte aber auch deutlich, dass die Dornen der Rose verletzen können – so tief und nachhaltig wie in der Ehe oder Partnerschaft. Die Wunden heilten oft schwer, es könnten Narben zurückbleiben. Doch die Festigkeit des Stiels und das tiefe Grün der Blätter lasse immer wieder Hoffnung aufkeimen, dass die Liebe stärker ist und einen Anfang möglich mache. Hagen schloss mit dem Bibelwort aus dem Buch Jesus Sirach (39, 13-16): „Hört auf mich, ihr frommen Söhne, und ihr werdet wachsen wie eine Rose, gepflanzt an den Wasserbächen. Wie Weihrauch werdet ihr Duft verströmen und aufblühen wie eine Lilie.“

Nach dem Gottesdienst traf man sich im Infocenter des Klosters zu einem Umtrunk. Renate und Karl-Heinz Geldner aus Nedensdorf waren von dem Gottesdienst sehr beeindruckt. In der Hahnkirche bei Prächting hatten sie sich vor 30 Jahren das Ja-Wort gegeben. „Und seither war jeder Tag so schön wie der andere“, sagten sie dem Obermain-Tagblatt. Am Valentinstag wolle man festlich essen gehen. Andreas Fischer aus Michelau ist evangelisch und seine Frau Andrea katholisch. Die verschiedenen Konfessionen seien nie in ihrer Ehe ein Thema gewesen. In der katholischen Kirche „Heilige Familie“ wurden sie vor 26 Jahren getraut, die Kinder katholisch erzogen. Am Valentinstag werden beide arbeiten. Pläne für den Tag der Liebe hätten sie nicht. Sie zehren noch von der Silberhochzeit vor einem Jahr, als sie die späten „Flittertage“ in San Marino am Monte Titano in Italien genossen.

Kommerzieller Geniestreich

Der Valentinstag ist für viele vor allem eines: ein kommerzieller Geniestreich. Auch Kerstin und Helmut Schmidt aus Redwitz machen den Trubel am Valentinstag nicht mit. Als Paar macht es sie im Alltag glücklich, den anderen mit Kleinigkeiten, lieben Worten oder Gesten zu überraschen und zu erfreuen. Es ist 24 Jahre und drei Monate her, dass sie am 31. Dezember in der evangelischen Kirche in Redwitz vor den Traualtar traten. Zur Silberhochzeit wollen sie sich einen Traum erfüllen: eine Schiffskreuzfahrt.

Andrea und Michael Fischer denken gern an ihre Silberhochzeit zurück. Foto: Andreas Welz
Kerstin und Helmuth Schmidt machen den Trubel am Valentinstag nicht mit. Foto: Andreas Welz