OBERLEITERBACH

Selbst die Jüngsten bieten eifrig mit

Ast um Ast bringt Auktionator Nikolaus Kunzelmann den Christbaum unter den Hammer. Foto: Martina Drossel

„Fünf Euro! Fünf!“ Mit glockenheller Stimme schmettert der kleine Philipp dem Auktionator keck sein Gebot entgegen. Der vierjährige Blondschopf hat sich auf den Beinen seines sitzendes Vaters aufgebaut, um besser gesehen zu werden. Er reckt den abgewinkelten linken Arm energisch gen Saaldecke. Der Auktionator schaut verdutzt, dann nickt er. „Fünf Euro sind geboten. Wer bietet mehr?“ Bald schon kommen weitere Meldungen, doch Philipp legt nach. Er schaut seinen Papa an, lächelt, holt Luft und ruft: „Sechsfünfzig!“

Die Christbaumversteigerung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins im jeweils gut gefüllten Haupt- und Nebensaal des Gemeinschaftshauses ist ein Spaß für alle Generationen. Vor die Auktion hat Vereinsvorsitzender Nikolaus Kunzelmann jedoch die Verlosung gesetzt. Die 600 Lose mit 350 Gewinnen waren einmal mehr weit vor Veranstaltungsbeginn vergriffen. Kein Wunder, gab es doch, neben Kleinpreisen wie Lebensmittelkonserven, Süßigkeiten und Knabbereien, auch durchaus begehrte Preise wie Elek-trogeräte für den Heimwerker, Küchenhelfer und veredelten fränkischen Hopfensaft. Und wer eine Niete zog, der war auch nicht böse: Letztlich tat er dies für einen guten Zweck, denn der Soldaten- und Kameradschaftsverein unterstützt regelmäßig mit Spenden gemeinnützige Projekte.

Der Hauptpreis, ein 100-Euro-Gutschein der Ebensfelder Geschäftswelt, ging an Alfred Hümmer.

Besinnliches und Schenkelklopfer

Besinnlich wurde es bei der Weihnachtsgeschichte, die Bernhard Kreppel vortrug. Schenkelklopfer dagegen waren die drei kurzen Theaterstücke, die Philipp Seelmann, Angela Hennemann und Martina Drossel einstudiert hatten. Und auch Ludwig Hennemann bewies Entertainerqualitäten. Dies alles diente dem Warm-up, ehe Vorsitzender Nikolaus Kunzelmann als Auktionator zur Tat schritt.

Wer in einer der vorderen Reihen saß, der hatte nicht nur einen guten Blick auf die Posten, die da gleich unter den Hammer kommen würden, ihm lief vor allem das Wasser im Mund zusammen. An den Ästen des geschätzt vier Meter hohen Fichtenbaums hingen nicht nur goldene Christbaumkugeln, sondern auch leckere geräucherte Leberwürste und Krakauer, die für das besondere Aroma sorgten. Die Mädchen dagegen hatten ausgekundschaftet, dass drei Puppen versteigert werden sollten, die Jungs spechteten auf Zollstock und andere Arbeitsutensilien. Feinschmecker hatten sich Räucherfisch und Pizzasalami ausgesucht. Darüber hinaus suchten auch eine „Holzeule made in Lätterboch“, Oberleiterbacher Honig, Liköre aus heimischer Produktion und die ein oder andere Flasche „Schneidersgässla Südwand“ einen neuen Besitzer. Und diese waren durchaus begehrt.

Kein Wettstreit mehr um den Stamm

Ast für Ast zwickten die Soldatenkameraden ab und boten diese feil. Kein Angebot ging unter Wert über den Auktionstisch: Für den guten Zweck zahlten die Bieter gerne den ein oder anderen Euro mehr. Einzig beim Stamm, der Hauptattraktion des Abends, wollte sich kein wirklicher Wettstreit (mehr) entwickeln, die Gäste schienen schon etwas ermattet – oder zufrieden mit dem bereits Erstandenen. So sicherte sich Udo Seelmann den riesigen Schinken, das Sechser-Bauernbrot, zwei Liter Bier und eine Flasche Obstbrand für moderate 75 Euro.