BAD STAFFELSTEIN/UETZING

Hunderte von Kaspars, Melchiors und Balthasars

Sternsinger aus Uetzing und Bad Staffelstein führen den langen Zug durch die Hofer Innenstadt an. FOTO: Gerd Klemenz Foto: Gerd Klemenz

13 Sternsinger aus den Pfarreien Sankt Kilian Bad Staffelstein und der Uetzinger Pfarrei Johannes der Täufer machten sich am Freitagvormittag mit Schwester Katharina, Gemeindereferentin im Seelsorgebereich Banzer Stift – Bad Staffelstein – Lautergrund, auf den Weg nach Hof zur diözesanen Aussendung. Da waren sie nicht die einzigen – es waren rund 600 Sternsinger dort zu Gast.

Gekleidet in farbenprächtigen Gewändern, versammelten sich die Kinder und Jugendlichen in der Sankt-Marien-Kirche in der Altstadt zur zentralen Aussendungsfeier mit Erzbischof Ludwig Schick. Gemeinsam knüpften sie vor dem Kirchenportal mit Stoffbändern ihre Segenswünsche für die Kinder in Indien zu einen bunten Teppich, um mit dieser Geste auf das Motto der Sternsingeraktion 2018 hinzuweisen. „Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“ lautet das Thema, für das sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend mit dieser Aktion engagiert.

Kinderarbeit anprangern

In der Kirche wiesen die Sternsinger mit Wortbeiträgen auf die unbefriedigende Situation hin, mit der Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien sowie in vielen anderen Regionen der Welt zu kämpfen haben: mangelhafte Ernährung, fehlende Schulen und häufig sogar Missbrauch. Die Sternsinger wollen bei ihrem Weg durch die Orte an arme Kinder in aller Welt erinnern, die hart arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt für ganze Familien mitzufinanzieren.

Nach der ersten Station der Aussendungsfeier in der Sankt-Marien-Kirche zogen Hunderte von Kaspars, Melchiors und Balthasars durch die Hofer Altstadt bis zum Rathaus, wo sie den Segen an der Pforte anschrieben. Bürgermeister Eberhard Siller begrüßte die königliche Gesellschaft mit Erzbischof Ludwig Schick an der Spitze. Zusammen mit den zahlreichen Hofern, die den Umzug am Straßenrand begleiteten, sangen alle „O du fröhliche“, bevor es zur Sankt-Konrad-Kirche weiterging.

„Wenn diejenigen, die zu viel besitzen, mit Bedürftigen teilen würden, wären viele Probleme gelöst.“
Dr. Ludwig Schick, Erzbischof

Auch hier erlebten Besucher ein voll besetztes Gotteshaus, viele Gläubige wollten die Predigt des Erzbischofs hören. Der lobte die „wichtige Arbeit“ der Sternsinger, die seit vielen Jahren mit ihren Spenden Projekte für Kinder und Jugendliche in der ganzen Welt unterstützen. Er bedauerte eine bedenkliche Entwicklung in der Gesellschaft: „Wir haben kein Problem mit dem, was vorhanden ist, nur die Umverteilung funktioniert nicht. Wenn diejenigen, die zu viel besitzen, mit Bedürftigen teilen würden, wären viele Probleme gelöst.“

Erstmals trugen mit Paula, Hanna, Lindsay, Alina und Lucian Sternsinger aus den Pfarreien Uetzing und Bad Staffelstein die Fürbitten bei der diözesanen Eröffnung der Sternsingeraktion vor.