EBENSFELD

„My Way“ mit „Ächd Bläch“

Mit einem Jubiläumskonzert erfreuten die Musiker von „Ächd Bläch“ zum 20-jährigen Bestehen der Formation. FOTO: Gerda Völk Foto: Gerda Völk

Da waren selbst die Musiker überrascht. Mit so einem Besucheransturm zum Jubiläumskonzert von „Ächd Bläch“ hatte niemand gerechnet. Geschätzte 250 Personen hatten sich am Sonntagabend in der katholischen Pfarrkirche Mariä Verkündigung in Ebensfeld zu einem Konzert eingefunden, mit dem die Formation auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblickte.

Entsprechend breit gefächert war das Repertoire. Im Frühjahr 1997 gründete sich das Blechbläserensemble „Ächd Blech“ als Quartett. Auch wenn inzwischen einige Gründungsmitglieder ausgeschieden sind und sich die Anzahl der Musiker von vier auf sechs erhöht hat, sei dies nichts Ungewöhnliches.

Ideen einbringen

„Weil mit jedem neuen Musiker neue Ideen hinzu kommen. Unser Bestreben war immer ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten“, sagt Rudolf Dierauf, der durchs Programm führte. Im Vorfeld des Konzertes habe sich „Ächd Bläch“ überlegt, ob der Schwerpunkt der Moderation auf die Geschichte der Formation, oder auf das Programm gelegt werden sollte. „Wir haben uns dann für das Programm entschieden, weil bereits ein großer Artikel über unser Jubiläum in einer heimischen Tageszeitung erschienen ist“, erklärt Dierauf, der gemeinsam mit Elmar Kerner die Moderation übernahm.

Aus ihrem umfangreichen Repertoire hatten die Musiker 13 Stücke zusammengestellt, die einen Eindruck von der Vielseitigkeit des Ensembles vermittelte. Nach zwei klassischen Werken zum Einstieg, war ein modernes Stück an der Reihe. „Hallelujah Drive“ des zeitgenössischen Komponisten Chris Hazell erwies sich als Vertreter der Swing-Musik. Ursprünglich vom Komponisten Claude François aus Liebeskummer über die gescheiterte Beziehung zur französischen Sängerin France Gall geschrieben, und von Paul Anka mit einem neuen englischen Text versehen, nahm es Frank Sinatra in weniger als einer halben Stunde auf und machte „My Way“ zum Welthit. „Ächd Blech“ erfreute sein Publikum mit einer Instrumentalversion. Seine Vielseitigkeit bewiesen die Musiker auch mit dem nachfolgenden Capriccio Elegante, welches Stefan Unterberger für das Damenquintett „Brassessoires“ komponierte.

Humorvolle Moderation

Dass sich das Konzert ausgesprochen kurzweilig gestaltete, lag ein stückweit auch an der zum Teil witzigen Moderation. Aktuell feiert Neil Diamond sein 50-jähriges Bühnenjubiläum, die Ebensfelder Musiker begehen ihr 20 Jähriges. Oder anders ausgedrückt, „Neil Diamond tourt um die Welt, „Ächd Bläch“ spielt in Ebensfeld“. Wie dem auch sei, mit „Sweet Caroline“ machten die Blechbläser nicht nur den Fans des amerikanischer Sängers und Songwriters eine Freude. Auch wenn am Sonntag die Temperaturen ordentlich in den Keller gingen, der nächste Sommer kommt bestimmt. Und damit auch „Wochenend und Sonnenschein“ wie es die Comedian Harmonists bereits 1930 besangen.

Bei ihren Auftritten gehört Spaß für die Musiker von „Ächd Bläch“ einfach dazu, aber auch ein gewisses Maß an Spiritualität. „Es macht uns viel Freude in Kirchen zu spielen“, erfahren die Zuhörer. Gegen Ende kommen mit „Lobet und preiset den Herrn der Welt“, „Lobe den Herrn“ (hier durften die Zuhörer auch mitsingen) und „Vergiß nicht zu danken. ..“ auch geistliches Liedgut zu Gehör. Am Ende gibt es viel Applaus eines hochzufriedenen Publikums. Laut Pfarrer Rudolf Scharf gehen die Spenden des Konzertes an die Rumänienhilfe der Pfarrei Ebensfeld. Mit einer Zugabe, den „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck, endete ein Konzert, dessen Qualitäten in der Vielseitigkeit der Musiker lag.