KLOSTER BANZ

Genüsse auf schwerem Geläuf

Der Bad Staffelsteiner Jürgen Schedel untersucht genau, was ein unbekannter Künstler in den Felsen getrieben hat. FOTOS: Markus Häggberg Foto: Markus Häggberg

Kürbiserfahrung, Wanderungen über Stock und Stein und eine doppelt unerwartete Begegnung – die Genusswanderung am Mittwoch führte zu Überraschungen zwischen Kloster Banz und Altenbanz. Und vor allem auch durch Matsch.

Über 20 Teilnehmer fanden sich um 10 Uhr morgens am Treffpunkt bei Kloster Banz ein, um ein weiteres Wanderangebot des Kur- und Tourismus-Services wahrzunehmen. Begrüßt wurden sie von der Wanderführerin Hildegard Wächter, die im Vorfeld Streckenerkundungen vorgenommen und Absprachen für die Einkehr getroffen hatte. Aufgrund einer latenten Regenwahrscheinlichkeit war die große Teilnehmerzahl nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

„Ich finde die Anregungen schön, die Heimat kennenzulernen. Die Menschen haben die Möglichkeit, das alles zeigen zu können.“
Petra Häger, eine Wanderin aus Bad Staffelstein

Es war frisch, und der Nebel stieg aus den Wäldern. Und doch lockte das kulinarische Versprechen, das zu dieser Uhrzeit kilometerweit entfernt in Ahorn vorbereitet wurde. Dort arbeitete die Familie Kunzelmann an einer vielseitigen Einführung in eine mittlerweile unterschätzte Frucht, die auch als Panzerbeere bekannt ist: den Kürbis.

Gestalteten sich die ersten 400 Meter Wegstrecke noch angenehm, sollte sich alsbald zeigen, dass der Untergrund auch ein matschiger sein würde, der das Wandern erschwert. Wollte man Vergleiche aus dem Pferderennsport bemühen, könnte man glatt von teilweise schwerem Geläuf sprechen. Das Ausweichen von Pfützen oder das Wechseln hinüber zu schmalen, trockenen Streifen stellte Anforderungen an die Koordinationsfähigkeit. Eine Erfahrung, die die Wanderer in heiterer Laune teilten.

Noch ein Fischsaurier

Doch ganz glatt sollte die Route auf dem Carlspfad nicht verlaufen, wurden an diesem Tag doch im Wald Absperrungen wegen Baumfällarbeiten vorgenommen. So hieß es, Schleichwege nutzen, die Hildegard Wächter allerdings vertraut waren. Zu den Höhepunkten, die vor dem Eintreffen in Altenbanz entlang der rund acht Kilometer langen Strecke anfielen, zählte eine alte Burganlage, ein von einem Unbekannten in einen Sandstein geschlagenes Bildnis des im Museum in Kloster Banz ausgestellten Fischsauriers oder der Ausschank eines Weinlikörs mit Schlagsahne. Das meiste Augenmerk zog allerdings ein Feuersalamander auf sich, der einem Wanderer auffiel. Eine seltene Begegnung, die sich an diesem Tag sogar doppeln sollte.

Als man um die Mittagszeit bei Familie Kunzelmann zu Tisch saß, hatten die Wanderer eine Kürbissuppe vor und eine Sitzbank unter sich. Nun entfaltete sich einmal mehr das Konzept des Genusswanderns, das darin besteht, den Wanderern Programmpunkte anzubieten, sie aber auch gleichzeitig mit Anbietern heimischer Produkte vertraut zu machen.

Kaffee und Kürbisnachtisch

Über ihren Teller gebeugt sinnierte die Bad Staffelsteiner Wanderin Petra Häger: „Ich finde die Anregungen schön, die Heimat kennenzulernen. Die Menschen haben die Möglichkeit, das alles zeigen zu können.“ Mit Kaffee und Kürbisnachtisch sowie einem kleinen Vortrag zu Wesen und Möglichkeiten des Kürbisses, gehalten von Georg Kunzelmann, endete der Aufenthalt auf dem „Kürbishof“ und führte bald wieder hinein in den Wald, auf bemoosten, festen und auch matschigen Untergrund.

Kurz vor Kloster Banz und nach über sechs Stunden kam es zu einer weiteren heiteren Begegnung mit einem zweiten Feuersalamander.

Ein anspruchsvolles Gelände verlangte den Wanderern doch einiges an Ausdauer und Koordination ab. Zur Belohnung gab es gutes Essen und Genüsse. Foto: Markus Häggberg