BAD STAFFELSTEIN

Hommage an Urvater der Mathematik

Christoph Bäumel, Michael Lieb (beide VR-Bank), Stadtarchivarin Adelheid Waschka, Bürgermeister Jürgen Kohmann sowie Manfred Weidauer mit Gattin (v. re.) kamen bei der Ausstellungseröffnung wunderbar ins Gespräch. FOTOS: Mario Deller Foto: Mario Deller

Adam Riese und die Zahlen – da haben sich zwei gesucht und gefunden. Was lag also schon in früheren Jahren und Jahrzehnten näher, als dem Rechenmeister zu Adam-Riese-Jubiläen Medaillen zu widmen, aber genauso als Anerkennung für Teilnahme an Wandertagen? – Die Stadt Bad Staffelstein kann nun eine wundervoll-facettenreiche geprägte Hommage an den Urvater der Mathematik ihr Eigen nennen.

Manfred Weidauer, ein Adam-Riese-Kenner und -Fan par excellence, hat einen Teil seiner Medaillensammlung, deren Exponate aus verschiedenen Epochen das Konterfei Rieses tragen, der Stadt übergeben. Die Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein hat 2000 Euro beigesteuert.

Wo einst das Geburtshaus stand

In den Räumlichkeiten der VR-Bank in der Bahnhofstraße – also passenderweise dem Ort, wo sich einst Rieses Geburtshaus befand – wird die Sammlung noch bis zum 5. Januar präsentiert. Sie kann zu den regulären Öffnungszeiten des Kreditinstituts besichtigt werden.

Mit den ausgestellten Münzen um die Wette strahlte ein hellauf begeisterter Bürgermeister Jürgen Kohmann. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Kommune nun über die tolle Sammlung mit dem Bildnis ihres bekannten Sympathieträgers verfügt. Im Beisein von VR-Vorstandsvorsitzendem Michael Lieb, Vorstandsmitglied Christoph Bäumel, Marketingleiterin Siegrun Przybilla, Stadtarchivarin Adelheid Waschka und Manfred Weidauer, der zusammen mit seiner Gattin kam, wurde die besondere Ausstellung feierlich eröffnet. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt – die Vielseitigkeit einer Medaille“ nennt sich der in einer Vitrine zu bewunderndem, numismatische Reigen.

Ein Siegelring aus Zwickau

Eine Porzellanmünze von 1959, ein von Medailleur Volkmar Kramer aus Zwickau gefertigter Siegelring aus dem Jahr 1968 oder eine Wandertagauszeichnung des TV Strössendorf 1977. Auf unterschiedlichste Art und Weise wurde im Frankenland, in Thüringen und Sachsen oder anderswo das Antlitz Rieses verewigt.

Seit nunmehr 35 Jahren sammelt Manfred Weidauer, der bei der Ausstellungseröffnung fröhlich aus dem Nähkästchen plauderte, Adam-Riese-Münzen unterschiedlichster Couleur. Wer eins und eins zusammenzählt, muss bei der Frage nach seiner früheren beruflichen Tätigkeit nicht lange raten – natürlich Mathematiklehrer. Und diese Leidenschaft für Zahlen, fürs Rechnen und insbesondere für das Leben Adam Rieses hat ihn bis heute nicht losgelassen.

Tageszeitungen als Recherchequelle

Mit Liebe zum Detail entwarf er die informative Broschüre „Medaillen und ähnliche Produkte zu Ehren von Adam Ries“, in welcher auch die Stücke der Ausstellung abgebildet sind. Der Band ist käuflich zu erwerben beim Stadtmuseum in der Kirchgasse, enthält neben fotografischen Abbildungen weitere wissenswerte Details wie Ausgabejahr, Anlass der Prägung, Beschreibung der Abbildung, Auflagehöhe, Herausgeber oder – soweit bekannt – Graveur und Prägestätte. „Die wichtigste Quelle um an die Informationen zu gelangen, waren immer die lokalen Tageszeitungen“, berichtet Weidauer.

Stadtarchivarin Adelheid Waschka wies bei der Feierstunde darauf hin, dass die ausgestellten Münzen am 24. November gewendet werden, weil ja bekanntlich auch Adam-Riese-Medaillen zwei Seiten haben. „Da haben die Adam-Riese-Fans ja gleich zweimal Grund zum Kommen“, sagte die Leiterin des Stadtmuseums und lachte.

Drei fehlen ihm noch

Exemplare von dreien der im Buch beschriebenen Medaillen hat der Thüringer bis heute nicht auffinden können. Weidauer bittet hier um Mithilfe. Wer über eine der nachfolgenden Münzen verfügt, kann sich an den Sommerdaer oder an das Stadtmuseum Bad Staffelstein wenden: Zum einen geht es um eine Annaberger Medaille aus dem Jahr 1894, graviert von Christian Laue, um eine anlässlich des Volkswandertages Staffelstein-Seßlach 1970 sowie die zu Gästeehrung 1971 in Staffelstein verliehene Medaille. Eine Ausstellung über die beim „Rechnen auf Linien“ einst verwendeten Rechenpfennige könne er sich in Bad Staffelstein, auch gut vorstellen, warf Weidauer bei der Gelegenheit eine weitere Idee in die Runde.

Die Ausstellung ist ein Muss für Adam-Riese-Fans: Selten findet sich eine derartige numismatische Hommage an den legendären, anno 1559 verstorbenen Rechenmeister. Foto: Mario Deller