GRUNDFELD/FRAUENDORF

„Riesenschulkinder“ mahnen

Als Gäste waren in Grundfeld neben Ortssprecher Matthias Geuß, die Elternbeiratsvorsitzende Anja Höppel, der Zweite Bürgermeister Hans Jürgen Stich, Schulleiterin Gudrun Mackert, Schulamtsrätin Stefanie Mayr-Leidnecker, der Jugendbeauftragte der Stadt Holger Then, die Lehrerin de... Foto: Gerd Klemenz

Sie sind etwa dreieinhalb Meter hoch, mehrere Zentner schwer und halten eine Schultüte im Arm. Die Rede ist von den übergroßen Strohpuppen, die ABC-Schützen symbolisieren und seit Kurzem an der Ivo-Hennemann-Grundschule in Grundfeld und vor der Schule in Frauendorf stehen.

Die Puppen aus Stroh sollen die Autofahrer daran erinnern, dass am Dienstag wieder die Schule beginnt – und daran, dass die Erstklässler noch keine Erfahrung mit dem Straßenverkehr haben und hier täglich unterwegs sind. Laut Polizei mit Erfolg.

„Die Autos fahren bis zu

20 Stundenkilometern

langsamer, sobald die

Strohpuppe in Grundfeld und Frauendorf aufgestellt sind“.

Walter Mackert, Vorsitzender der Verkehrswacht

Die beiden Grundschulen liegen direkt an stark befahrenen Staatsstraßen, die Autolenker fahren gerne zügig heran. Geschwindigkeiten von 70 Stundenkilometern im Bereich der Schulen sind keine Seltenheit, wie die Aufzeichnungen mit dem „Temposys“-Automaten beweisen.

Einzigartig im Freistaat

Warnschilder hatten kaum einen Effekt, täglich die Geschwindigkeit zu überwachen war nicht möglich. „Da kam die Idee zu den eindrucksvollen Warnfiguren, die einzigartig in ganz Bayern sind. Im Urlaub sah ich Strohpuppen, die für ein Fest warben. Und da machte es ,Klick‘“, erinnert sich Initiator Walter Mackert, Erster Polizeihauptkommissar im (Un-)Ruhestand.

Bereits seit 16 Jahren werden an beiden Ivo-Hennemann-Schulen die Strohpuppen aufgestellt. Der stellvertretende Leiter der Polizeistation Bad Staffelstein, Polizeikommissar Ronny Beck, findet diese Aktion mit der Strohpuppen hervorragend und wünschte sich Nachahmer. „Die Autos fahren bis zu 20 Stundenkilometer langsamer, sobald die Strohpuppe in Grundfeld und Frauendorf aufgestellt sind. Das ergaben Messungen vor Ort“, erklärte Walter Mackert, der auch Vorsitzender der Verkehrswacht ist. Sechs bis acht Wochen halte die Wirkung an, dann fahren die Autos wieder schneller vorbei. Dann trete der Gewohnheitseffekt ein und die Autofahrer nähmen es nicht mehr wahr.

Viel über die Gefahren gelernt

Bis dahin kennen die Erstklässler ihren Schulweg und haben schon viel über die Gefahren des Straßenverkehrs gelernt. Lobende Worte für diese tolle Aktion kamen von der neuen Schulrätin Stefanie Mayr-Leidnecker. Auch für Bürgermeister Jürgen Kohmann ist die Schulwegsicherheit sehr wichtig. Dass es seit 25 Jahren keinen Schulwegunfall mehr gab, ist sicherlich auch ein Verdienst dieser übergroßen „Schulkinder“. „Ich hoffe, dass die Strohpuppe ihre Wirkung erreicht und die Autofahrer langsamer fahren“, wünschte sich auch Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Stich.

„Seit Anfang an kleiden die Eltern der Erstklässler die Figur an, 100-er Nägel ersetzen hierbei die Stecknadeln“, informierte Schulleiterin Gudrun Mackert. „Das Erkennungszeichen, die Schultüte – sie ist noch das Original von Loffelder Zimmerermeister Johannes Hügerich aus Blech angefertigt und von seiner Frau Bettina lackiert.“

Namen gegeben

Jeweils vor Ort stimmten die Grundfelder und Frauendorfer Erstklässler über die Namen der „Riesenschulkinder“ ab. „Timmi“ trägt auf der Seite von Grundfeld Bubenkleidung, „Stella“, von Bad Staffelstein aus kommend, Mädchenkleidung. „Emma“ heißt die Puppe, wenn man von Frauendorf kommt, und trägt Mädchenkleidung. Von Schwabthal einfahrend, mahnt „.Paul“ in Bubenbekleidung zur Vorsicht.

Den Daumen nach oben: Die Frauendorfer Erstklässer finden die Strohpuppe eine gute Idee. Foto: Gerd Klemenz