publiziert: 19.05.2017 16:40 Uhr
aktualisiert: 27.05.2017 03:33 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text OBERLEITERBACH

Ein Schmuckstück am fränkischen Jakobusweg

Historisches Steinmarterl nach zwei Jahren zurück
  • Mit viel Feingefühl heben die Arbeiter der Fachfirma den Bildstock von 1724 an seinen Standort an der Leiterbachbrücke. 
    FOTO: Martina Drossel
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Die ganze Sache geschieht routiniert: Sorgsam und langsam, ganz langsam heben die Arbeiter mit dem Kran den vierseitigen Aufsatz mit bekrönendem Steinkreuz von der Ladefläche des Lasters. Ganz vorsichtig bugsieren sie die fragile Last in Richtung Säule und Sandsteinsockel mit den geflügelten Engelsköpfchen. Keinesfalls darf das Denkmal aus dem Jahr 1724 anecken, keinesfalls mit dem Säulenschaft kollidieren. Doch die Männer verstehen ihr Handwerk: Nach vielen Monaten ist der schmucke Bildstock wieder zurück im Bundesgolddorf.

Da sie beim Neubau der Brücke über den Leiterbach störte, wurde die Bildsäule an der Ecke Kleukheimer Straße/Leuchtersbrunnen sicherheitshalber abgebaut. „Es stand zu dicht an der Baustelle und wir hatten Angst, dass die Marter beschädigt werden könnte“, erklärt Bernd Eichhorn vom Bauamt des Marktes Zapfendorf. Der Abbau erfolgte bereits am 11. April 2015. So reifte der Entschluss, das Denkmal auch gleich zu sanieren. Eine Scheßlitzer Fachfirma holte den Bildstock ab und restaurierte ihn. Unter anderem wurden Beschädigungen repariert, Fehlstellen ergänzt, Risse ausgebessert – und das ganze Kunstwerk gereinigt. „Die Kosten von rund 5000 Euro werden vom Amt für Ländliche Entwicklung im Rahmen der Dorferneuerung mit 55 Prozent bezuschusst“, so Eichhorn. Da die 3,50 Meter hohe Steinmarter auch im Bayerischen Denkmalschutzatlas (Nr. D-4-71-214-41) eingetragen ist, war es nötig, für die Restaurierung eine Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Bamberg einzuholen. Natürlich hatte diese nichts dagegen, dem Kleinod am Rande des fränkischen Jakobuswegs zu neuem Glanz zu verhelfen.

Gott Vater auf der Weltkugel

Das Vorderrelief des schmucken Aufsatzes zeigt die Kreuzigung Jesu mit Maria und Johannes. Auf der rechten Seite ist die Dreifaltigkeit mit Christus, Gott Vater auf der Weltkugel sitzend und der darüber schwebende Heilige Geist als Taube zu sehen. Auf der Rückseite findet der Betrachter eine Pieta-Darstellung und seitlich links den Heiligen Laurentius, den Schutzpatron der Pfarrkirche, die sich nur wenige hundert Meter weiter befindet. Alle Bildfelder schließen rundbogig ab.

Die glatte Säule mit aufragendem Blumendekor hat ein korinthisches Kapitell. Einst war der Bildstock im Besitz der Gemeinde Obereiterbach, seit 1972 gehört er dem Markt Zapfendorf.

Von unserer Mitarbeiterin Martina Drossel
    
    

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