publiziert: 20.04.2017 16:30 Uhr
aktualisiert: 20.04.2017 16:44 Uhr
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Ein Herz für den Steinkauz

Altenkunstadter Gerhard Kunze will Eulenart auf Stublanger Streuobstwiesen ansiedeln
  • Gerhard Kunze mit bei der bei der Anbringung eines Kastens für den Steinkauz. 
    Christa Schröder
  • War 1972 Vogel des Jahres in Deutschland: der Steinkauz. FOTOs: Christa Schröder 
    Christa Schröder
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Mit Leib und Seele setzt sich Gerhard Kunze aus Altenkunstadt für eine Neuansiedelung der Steinkäuze ein. In Stublang hat er sich Grundstücke von Jupp Schröder und Uli Will ausgesucht, um hier spezielle Niströhren in alten Bäumen anzubringen.

Das Umfeld dieser Streuobstwiesen mit vielen wertvollen Strukturen scheint dem Eulenschützer ideal für eine Neuansiedlung zu sein. „Die nächsten Reviere des Steinkauzes sind bei Bad Kissingen und Bad Neustadt an der Saale. Das ist nicht sehr weit entfernt, da diese Eulen teilweise Einzelflüge von 50 bis 130 Kilometer zurücklegen können“, sagt der Idealist. „Ich hoffe so sehr, dass meine Niströhren angenommen werden. Das wäre für mich die Erfüllung eines Lebenstraums.“

Schon im Alter von zehn Jahren sei er vom Steinkauz fasziniert gewesen. „Es handelt sich bei dieser Eulenart um einen sehr schönen und intelligenten Vogel. Auch deshalb möchte ich, dass diese Art erhalten bleibt.“ Seit 1982 baut Kunze Nistkästen für Eulen und hängt diese auf. Dazu ist eine laufende Pflege und Kontrolle notwendig. „Bei Schleiereulenkästen hatte ich schon Glück. Ich hoffe, dass ein solcher Erfolg auch beim Steinkauz zu verzeichnen ist. Da braucht man schon viel Geduld.“

Ideal für die Arterhaltung

Streuobstwiesen, die extensiv gepflegt werden und einen alten Baumbestand mit natürlichen Höhlungen haben, seien ideal für die Arterhaltung. des Steinkauzes. „Wir brauchen viele solcher Wiesengrundstücke wie die von Uli Will und Jupp Schröder. Sie sollen mosaikartig im Land verteilt sein“, betont der Altenkunstadter Eulenspezialist. „Nicht nur Brutgelegenheiten sind wichtig für die Ansiedlung des Steinkauzes. Es muss auch das Umfeld stimmen.“

„Ich hoffe so sehr, dass

meine Niströhren

angenommen werden. Das wäre für mich die Erfüllung eines Lebenstraumes.“

Gerhard Kunze, Steinkauz-Freund

Nur durch ein Netz mit vielen Kleinstrukturen als Lebensräume kann das biologische Gleichgewicht erhalten bleiben oder verbessert werden. „Davon profitieren auch die Land- und Forstwirte. Der Steinkauz ist ein eifriger Mäuseverzehrer. Auch Wühlmäuse stehen auf seinem Speiseplan.“

Mit dem Alter wächst die Bedeutung

Je älter ein Baum, desto größer wird seine Bedeutung für die Tierwelt. Deshalb sollten alte Bäume so lange wie möglich erhalten bleiben. „Ihre Höhlen bieten auch vielen anderen Vogelarten Brutplätze. Abgestorbene Stämme und dicke Äste geben den Spechten Nahrung und die Möglichkeit zum Höhlenbau“, sagt Gerhard Kunze. Er träumt auch noch davon, dass neben dem Steinkauz auch der schöne Wiedehopf sich wieder im „Gottesgarten“ ansiedelt.

Auch Kopfweiden können mit ihren vielen Höhlungen Lebensraum für zahlreiche Tierarten sein. Der auffälligste Vertreter ist dabei der Steinkauz. „Schlecht ist es, wenn in der Brutzeit Störungen stattfinden. Längerer Lärm führt dazu, dass die Käuze abwandern und ihre Nester verlassen“, erklärt er. „Auch wenn Eulen außerhalb der Brutzeit gestört werden, bleiben sie weg. Sie nutzen die Kästen auch gern als Tagesruhestätte.“

„Initiative ergreifen“

„Ich wünsche mir vor allem mehr Zivilcourage und Betroffenheit. Die Leute sollten wieder mehr selber denken und Initiativen ergreifen“, sagt der Naturfreund. „Jeder kann auf seine Weise etwas für den Naturschutz tun. Das fängt schon im Garten an, den man naturgemäß und vogelgerecht gestalten kann.“ Wichtig sind dabei dornige Hecken und Reisighaufen, denn Jungvögel müssen sich verstecken können. „Einen Garten und die Landschaft nur nach dem Sauberkeitsprinzip zu gestalten, halte ich für sehr schlimm.“

Auch gibt es die Möglichkeit, Grundstücke in der Flur naturgemäß zu pflegen. Dadurch könnten Oasen für Pflanzen und Tieren entstehen. Durch immer stärkere Intensivierung, Monokulturen und Vergrößerung der Produktionsflächen in der Landwirtschaft ist kaum noch Leben in der Flur möglich. „Die frühere Vielfalt in der Landschaft muss leider immer mehr der Eintönigkeit weichen“, bedauert Gerhard Kunze. Er ist sich aber bewusst, dass er mit seiner Aktion nur einen kleinen Beitrag zur Arterhaltung leisten kann.

Von unserer Mitarbeiterin Christa Schröder
    
    

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