publiziert: 20.03.2017 17:15 Uhr
aktualisiert: 28.03.2017 03:33 Uhr
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Als Stein des Anstoßes bekannt

Stein von Dendur im Mittelpunkt der Ausstellung „Von Nil an den Main – aus Nubien nach Franken“
  • Strahlende Gesichter mit Stein: (v. li) Landrat Christian Meißner, Brigitte Eichner-Grünbeck, Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Strich und Dr. Thomas Goppel FOTO: Gerda Völk 
    Gerda Völk
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Es ist als Stein des Anstoßes bekannt. Jenes Reisesouvenir, das Herzog Max von Bayern, der Vater von Sisi, zusammen mit anderen Souvenirs 1838 von seiner Orientreise mit mach Hause brachte. Am Freitag wurde eine Ausstellung eröffnet, in der der Stein von Dendur im Mittelpunkt stand. Die Ausstellung steht unter dem Titel „Von Nil an den Main – aus Nubien nach Franken“. Es handelt sich dabei, wie die Redner bei der Vernissage mehrfach betonten, um den „echten Stein“.

„Wir ahnten nämlich nicht, dass es sich bei

dem wieder entdeckten

Sandsteinblock

in unserem Museum um den Abschlussstein des Tempels von Dendur handelte.“

Michael Möslein, Museumsleiter

„Wir wissen gar nicht, wo wir ihn hinstellen sollen. Keiner hat bislang Notiz von ihm genommen“: Michael Möslein erinnerte am Freitag an ein Zitat des damaligen Museumsleiter Hans König, das im Oktober 1999 in der Tageszeitung „Die Welt“ abgedruckt war. König wurde damals auf den wiederentdeckten Stein von Dendur angesprochen. „Wir ahnten nämlich nicht, dass es sich bei den wiederentdeckten Sandsteinblock in unserem Museum um den Abschluss-Stein des Tempels von Dendur handelte.“

„Kuhhandel“

Michael Möslein, jetziger Leiter des Hauses, war zu dem damaligen Zeitpunkt gerade mit der Anlage des Gartens beschäftigt. Aufgrund der Tatsache, dass er ohne schweres Gerät nicht bewegt werden konnte, sei es dem Stein erspart geblieben, als Gartenobjekt zu dienen. So jedenfalls seine Aussage.

Erst ein Würzburger Ägyptologen-Paar erkannte Ende der 1990-er Jahre bei einem Besuch des Klostermuseums, dass es sich bei dem Stein um das fehlende Stück des Tempels handelte, der seit 1978 im Metropolitan Museum of Art in New York steht. Bei dem anschließenden Versuch des Freistaates, einen Tausch des Steines gegen eine Büste der ägyptischen Königin Hatschepsut für das Museum für ägyptische Kunst in München vorzunehmen, beginnen die politischen Verwicklungen, die sich auf die ganze Region auswirkten. Dem damaligen Wissenschaftsminister und späteren Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Hans Zehetmair, wurde der Vorwurf gemacht „Politik nach Gutsherrenart“ zu machen und einen „Kuhhandel“ zu betreiben.

Auch Landrat Christian Meißner, er hatte als junger Landtagsabgeordneter die Zeit intensiv miterlebt, und Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Stich konnten das ihre dazu beitragen. „Ohne den Stein ständen wir nicht hier“, sagte Hans-Josef Stich.

165 Kilogramm schwer

Man habe fünf Aktenordner voll von Unterlagen, die sich mit dem Fall beschäftigen. Auch habe man schon überlegt, ob der Stein nicht in Begleitung einer Blaskapelle nach New York übergeben werden sollte. Doch dazu kam es nicht.

Wie jetzt der Schluss-Stein auf Fränkisch ausgesprochen wird, oder korrekt heißt bleibt letztlich dahin gestellt. Er ist übrigens 165 Kilogramm schwer.

Herzog Maximilian in Bayern brachte von seiner Orientreise im Jahr 1838 zahlreiche ägyptische Altertümer mit, darunter auch ein Krokodil. Das zweifelsohne bedeutendste Ausstellungsstück ist jenes Relief mit hieroglyphischer Schrift, der als 643. Stein der unter der Tempelanlage von Dendur errichteten Tempel identifiziert werden konnte.

Die Ausstellung zeigt auch einige Raritäten und Bilder. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Juli in den Räumen vom Museum Kloster Banz zu sehen.

gst
    
    

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