publiziert: 17.05.2013 17:40 Uhr
aktualisiert: 17.05.2013 17:43 Uhr
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Blicke aus expressiven Augenpaaren

Kunstmaler Wolfgang Blischke aus Forchheim präsentiert seine Werke im Stadtmuseum
  • Der Künstler und sein Werk: Wolfgang Blischke erläutert Sabine Scheer sein Gemälde. 
    Foto: Red
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Man spürte förmlich, dass die Farben noch feucht waren, als im Stadtmuseum von Bad Staffelstein die Ausstellung des Forchheimers Wolfgang Blischke eröffnet wurde. Mit dem farbenfrohen Triptychon „Annafest I/II/III“ erinnert der Künstler auch an seine jetzige Heimat.

Spät zur Kunst gefunden

Ursprünglich wuchs der in Schlesien Geborene in Kulmbach auf und verwirklichte nach dem Eintritt ins Rentenalter seinen Herzenswunsch, die hohe Technik von Malerei, Holzschnitt, Radierung und Lithografie zu erlernen.

Der Studienort Greifswald, wo er an der Universität, dem Kaspar-David-Friedrich Institut, das Studium der Bildenden Künste absolvierte, ist auch noch heute für seine Bilder prägend: „Die Argonauten“ und „der Hafen von Greifswald“ sowie die „Fischer von Wieck“, tragen Elemente, die sich während des dreijährigen Aufenthalts eingeprägt hatten.

Modern und altmeisterlich

Aussagekräftig auch die zahlreichen Augenpaare, die den Betrachter aus der Leinwand oder der bemalten Holzplatte anblicken. Weit geöffnet konfrontieren sie das Gegenüber, derart expressiv, dass der Besucher der Ausstellung verharrt, um die einzelnen, sich in der Fläche perspektivisch anordnenden Motive zu entdecken. Die gegeneinander gesetzten Komplementärfarben entwickeln eine eigene Dynamik und erzeugen im Bildausschnitt eine starke Tiefenwirkung. Parallel dazu kann man Variationen von mythologischen und biblischen Szenen in der altmeisterlichen Maltechnik begutachten. Auch hier wieder die geöffneten Augen, die den Betrachter zur Diskussion auffordern.

Der Vorteil einer Vernissage besteht darin, dass der Künstler direkt zu seinen Bildern befragt werden kann. So besteht ein Lieblingsthema Blischkes in Zirkusdarstellungen: Die leichte Unbeschwertheit der Artisten in der Manege schafft einerseits eine bezaubernde Atmosphäre, andererseits haftet die Ernsthaftigkeit und Konzentration der Künstler nach der Vorstellung immer in der Angst, ihre Existenz zu sichern.

Die Dritte Bürgermeisterin Sabine Scheer genoss es offensichtlich, die Beweggründe des Künstlers zu erforschen. Auch dankte sie Museumsleiterin Adelheid Waschka dafür, dass sie die Tradition ihres Vorgängers Alfred Meixner aufrecht hielt, im Stadtmuseum nicht nur antike Relikte zu beherbergen, sondern auch auswärtigen Künstlern in der Bad-Stadt Staffelstein eine Diskussions-Plattform zu geben. Gerade die Konfrontation mit ortsfremden Motiven und abwechslungsreichen Maltechniken stellt „eine erhebliche Bereicherung der Kurstadt dar“ – so Scheer – „um in der Entwicklung als Kulturstadt auch fortschreiten zu können“.

Die Kunstausstellung ist bis 23. Juni zu den Öffnungszeiten des Museums, Kirchgasse 16, zu besichtigen (Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr / Dienstag bis Sonntag und feiertags 14 bis 17 Uhr).

aw
    
    

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