ALTENKUNSTADT

„Spielwienix“: Bau startet im Frühling

Abenteuerspielplatz auf dem Kordigast: So stellen sich die Planer das Freizeitareal vor. Foto: LAG Obermain

„Spielwienix“ ist keine neue Figur aus einem Asterix-Comic, sondern der Name des geplanten Keltenspielplatzes auf dem Kordigast. „Im April oder Mai nächsten Jahres wird mit den Bauarbeiten begonnen“, teilte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend mit. Der Spielplatz ist Teil des Projekts „Attraktivierung Kordigast“, dem Kreisfachberater Michael Stromer den griffigen Slogan „Kordigast – Abenteuer. Natur. Kultur“ gegeben hat. Durch diese Maßnahme soll der Berg für Familien, Schulklassen und Touristen an Attraktivität gewinnen.

Ein waldpädagogischer Geschicklichkeitspfad und ein Parkplatz gehören ebenfalls dazu. Der Gemeinderat erteilte der Aufstellung eines Bebauungsplanes „Kordigast“ seine Zustimmung. Der Bürgermeister stellte den Plan vor. Demnach befinden sich Park- und Spielplatz sowie der Geschicklichkeitspfad auf Altenkunstadter Gemeindegebiet.

„Der Spielplatz liegt zwischen der Gaststätte ,Waldfrieden‘, die noch zu Altenkunstadt gehört, und dem Rasthaus ,Zur Steinernen Hochzeit‘, das auf Weismainer Grund steht“, teilte der Bürgermeister mit. Der mit Büschen übersäte Magerrasen auf dem Kordigast sei bereits freigelegt und gepflegt worden, so der Redner.

„Wir können nicht von den Bürgern erwarten, dass sie sich ökologisch verhalten, wenn wir nicht mit gutem Beispiel vorangehen.“
Stephanie Dittrich, Bündnisgrüne

Zwischen dem Parkplatz und dem keltischen Abenteuerspielplatz soll kein Durchgangsverkehr zugelassen werden. Lediglich landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen dort fahren. Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) bemängelte, dass diesbezüglich nichts im Bebauungsplan eingetragen sei. „Das ist eine verkehrsrechtliche Angelegenheit“, klärte ihn der Bürgermeister auf. Eine Schranke wolle man zunächst nicht aufstellen. „Ich hoffe, dass eine entsprechende Beschilderung ausreicht“, sagte Hümmer. Selbstverständlich werde kontrolliert, ob sich auch alle Besucher des Kordigastes daran halten werden.

Schulsanierung wird teurer

Bislang wurden die Gesamtkosten für die geplante Sanierung der Grundschule Altenkunstadt immer auf 6,5 Millionen Euro beziffert. Bei der Prüfung der Förderanträge stellte der Rechnungsprüfungsausschuss fest, dass sich die Gesamtkosten für das Vorhaben auf 9,5 Millionen Euro erhöht haben. „Der Rechnungsprüfungsausschuss empfiehlt dringend eine detaillierte Kostenberechnung für die Maßnahme, auch im Hinblick auf die anstehenden Haushaltsberatungen“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB). Als Alternative sollte man prüfen, ob nicht ein Neubau eventuell die bessere Lösung sei, so der Redner.

Das Dach der Mittelschule Altenkunstadt ist sanierungsbedürftig. Für Planungsarbeiten wurden im Haushalt 2017 Mittel aufgenommen. Novotny merkte an, dass in den Finanzplänen für die kommenden Jahre keine Gelder für die Dachsanierung veranschlagt wurden. Das sollte geändert werden. Die Anregungen wurden einvernehmlich zur Kenntnis genommen.

Die Zukunft der Stromversorgung

Die Gemeinde Altenkunstadt wird in den Jahren 2020 bis 2022 mit Strom beliefert, der nur zu einem Teil aus Ökostrom besteht. Die Kubus Kommunalberatung und Service GmbH, ein Dienstleister des Bayerischen Gemeindetages, wurde mit einer entsprechenden Bündelausschreibung beauftragt. „Derzeit kommt der Strom für Altenkunstadt von der norddeutschen Insel Fehmann. Es ist viel Windenergie mit dabei“, sagte Hümmer.

Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen hatte sich für reinen Ökostrom ausgesprochen. „Wir können nicht von den Bürgern erwarten, dass sie sich ökologisch verhalten, wenn wir nicht mit gutem Beispiel vorangehen“, betonte die Rednerin. Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff teilte mit, dass Ökostrom bis zu einem Cent pro Kilowattstunde teurer kommen würde als Normalstrom. Nach Ansicht von zweitem Bürgermeister Georg Deuerling (FBO) sollte Altenkunstadt energieautark werden. Dann flösse das Geld nicht in ausländische Firmen, die sich auch an deutschen Windparks beteiligten. Zudem würden Kommunen wie Redwitz nicht mehr so stark mit Strommasten und -leitungen belastet werden.

Auch Hümmer fand die Idee seines Stellvertreters gut. Allerdings sollten die Nachbarkommunen Burgkunstadt und Weismain mit einbezogen werden. „Man sollte zunächst feststellen, wie viel Strom in den drei Orten erzeugt wird“, sagte er.

Auf einen Blick

• An folgenden Sonntagen öffnet der Altenkunstadter Einzelhandel im nächsten Jahr zwischen 13 und 18 Uhr seine Pforten: 21. Januar, 18. März, 7. Oktober und 4. November. Auch einen Trödelmarkt wird es an diesen Tagen geben. Die Firmen Nici und Gückel Top Mode hatten die verkaufsoffenen Sonntage beantragt. Das Gremium erließ eine entsprechende Verordnung.

• Der Gemeinderat hatte in seine Sitzung am 10. Oktober einstimmig beschlossen, dass nach der Generalsanierung der Grundschule mindestens 25 Plätze für den Kinderhort als bedarfsnotwendig anerkannt werden. Zwischenzeitlich wurde der Förderantrag geprüft. Hierbei stellte sich heraus, dass die Hauptnutzfläche mit 196,97 Quadratmetern sogar für 30 Plätze ausreicht.

• Das Ergebnis für das Haushaltsjahr 2016: Im Haushaltsansatz war man noch von einem Volumen von 14,9 Millionen Euro ausgegangen. Am Ende wurden es 1,5 Millionen Euro weniger, wie Kämmerin Astrid Redinger erläuterte. „Einige Investitionsmaßnahmen wurden erst im Folgejahr abgerechnet“, erklärte sie gegenüber dem Obermain-Tagblatt.