BURGKUNSTADT

Neue Fußgängerbrücke über den Main

Mit der Errichtung einer neuen Mainbrücke für Fußgänger und Radler bei Theisau könnte im nächsten Jahr ein lange gehegter Wunsch vieler Bürger in Erfüllung gehen. Mit dem Kauf einer gebrauchten Metallfachwerkkonstruktion hat die Stadt eine relativ kostengünstige Lösung als Ersatz für die wegen Einsturzgefahr abgebrochenen Brücken bei Theisau und Mainklein gefunden. Zu den Gesamtkosten von rund 175 000 Euro erwartet die Stadt Zuschüsse des Amts für Ländliche Entwicklung (40 000 Euro) und des Landkreises (3000 Euro). Der Stadtrat beauftragte Ulf Müller vom Ingenieurbüro Müller (Burgkunstadt) mit der Umsetzung seiner Planung.

Da die gebrauchte Brücke (Breite: 2,95 Meter) mit rund 45 Meter länger ist als der Vorgängerbau (31 Meter), soll das Widerlager auf dem Theisauer Ufer nach Westen verlegt werden, erläuterte Müller. Dafür müsste dort eine der Eichen gefällt werden. Die Widerlager könnten durch die Versenkung großer Kanalrohre mit Betonfüllung günstig hergestellt werden. Die Brücke bestehe aus drei Teilen, die miteinander verschraubt und per Kran installiert werden. Da kein Mittelpfeiler benötigt werde, könne Hochwasser besser abfließen. Für den Belag empfahl Müller Dielen aus Lärchenholz.

Um diese nicht zu beschädigen und gefährliche Schwingungen der Brücke zu vermeiden, sollte sie nur für Fußgänger und Radler, nicht aber für Reiter freigegeben werden, empfahl er auf Nachfrage von Thomas Müller (Bürgerverein). Es sollte nicht vergessen werden, dass auch die Mainkleiner einen Ersatz für ihre Brücke wünschten, erklärte Ingrid Kohles (Freie Wähler).

Zehn neue Bauplätze (Größe: 720 bis 920 Quadratmeter) sollen im dritten Bauabschnitt des Baugebiets „Lerchenbühl“ errichtet werden. Einstimmig hat der Stadtrat die Erschließung des rund 1000 Quadratmeter großen Geländes beschlossen, die rund 670 000 Euro kosten wird. Erschlossen werden soll das Gelände über eine Erschließungsstraße (Länge 112 Meter, Breite 7,50 Meter mit Gehweg) und einer Stichstraße (fünf Meter Breite), wie Matthias Schimm vom Ingenieurbüro Miller (Nürnberg) erklärte. Die Entwässerung ist im Trennsystem (Abwasser- und Regenwasserkanäle) in Richtung Kulmbacher Straße geplant, wobei eine spätere Erweiterungsmöglichkeit auf das westlich gelegene Gelände, das weiterhin landwirtschaftlich genutzt wird, berücksichtigt wird. Eine Versickerung von Regenwasser werde wegen des Sandsteinuntergrunds wohl nicht möglich sein, meinte Schimm auf Frage von Marco Hennemann (CSU) mit Blick auf die gesplittete Abwassergebühr. Baubeginn könnte im April sein.

Sanierung der Straße nach Weides

Beschlossen wurde die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße von Kirchlein nach Weides bis zur Landkreisgrenze auf rund 903 Meter Länge. Die Kosten wurden auf rund 740 000 Euro geschätzt, wozu eine Förderung von mindestens 65 Prozent erwartet wird. Die Fahrbahn soll auf fünf Meter Breite erneuert und mit Randstreifen von jeweils 30 Zentimeter als Ausweichhilfe für den Begegnungsverkehr versehen werden, sagte Frank Herzog vom beauftragten Planungsbüro Kellner (Bad Staffelstein). Da ein großer Teil der maroden Fahrbahn mit Teer belastet ist, fallen Entsorgungskosten an. Der Ausbau sei aufgrund des schlechten Zustands sinnvoll, auch wenn die Verkehr mit 40 bis 50 Autos am Tag eher gering sei, erklärte geschäftsleitender Beamter Sven Dietel. Angesichts des hohen Zuschusses wäre es sinnvoll, schrittweise weitere marode Straßen, wie die Verbindung von Gärtenroth nach Schmeilsdorf, auszubauen, regte Ortssprecher Edwin Bauersachs an.

Für Diskussionen sorgte eine Stellungnahme zum Standortgutachten für die Erweiterung des Einkaufszentrums Seewiese, die gegen vier Stimmen des Bürgervereins gebilligt wurde. Weil statt der ursprünglich geplanten Textil- und Schuhmärkte ein Woolworth-Markt eröffnet werden soll, wurden Überschneidungen mit dem Angebot der Innenstadt geprüft. Das Ergebnis: Die Verkaufsfläche für Schreibwaren wurde auf 50 Quadratmeter beschränkt.

Woolworth sollte keine Schreibwaren anbieten, weil das die Buchhandlung Schulze gefährden könnte und somit auch Auswirkungen auf die übrigen Läden in der Innenstadt habe, forderte Thomas Müller (Bürgerverein). Der Inhaber sehe den geschätzten Umsatzrückgang von fünf bis acht Prozent durch Woolworth als existenzgefährdend an, weil der Betrieb zwar „eine schwarze Null“ erwirtschafte, aber alle Einsparmöglichkeiten ausgereizt habe.

Müller: Konkurrenz bei Schreibwaren

Dies könnte die wirtschaftliche Tragfähigkeit gefährden, was im Gutachten als Bedingung für die Zulässigkeit angeführt werde. Da Schulze der einzige Anbieter für den Bedarf der drei Schulen und für Bücher sei, wäre es wichtig, das Geschäft zu halten. Zusätzliche Konkurrenz erhalte auch die Firma Weber bei Haushaltswaren und Heimwerkerbedarf. Außerdem seien weitere Bedingungen, wie die Verbesserung der Fußweganbindung des Einkaufszentrums an die Innenstadt sowie die Einstellung eines Citymanagers wegen eines Flächen- und Leerstandsmanagements, nicht erfüllt.

„Das Angebot von Woolworth ist keine zusätzliche Konkurrenz für den

Buchhändler, da preiswerte Schreibwaren bereits jetzt

von den Supermärkten

angeboten werden.“

Katrin Weißmann, Stadträtin (CSU)

Das Angebot von Woolworth sei keine zusätzliche Konkurrenz für den Buchhändler, da dieser hochwertige Schreibwaren anbiete, während solche preiswerten Angebote bereits jetzt bei den Supermärkten und Discountern zu finden seien, hielt Katrin Weißmann (CSU) dagegen. Die Fußweganbindung werde im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Bahnhofstraße überdacht und die Anstellung eines Citymanagers sei bereits erwogen worden, erklärte Geschäftsleiter Dietel.

Aus dem Stadtrat: Werbeanlagensatzung nur schwer durchsetzbar

Die Werbeanlagensatzung, die das Stadtbild vor Verschandelung durch Plakatwände schützen soll, muss voraussichtlich aufgehoben werden, weil ihre Bestimmungen nicht durchsetzbar sind. Das ergaben Klagen von zwei Unternehmen gegen die Ablehnung geplanter Werbetafeln.

Obwohl bei einem Ortstermin mit dem Verwaltungsgericht Bayreuth deutlich wurde, dass die Ablehnung wohl nicht durchsetzbar ist, lehnte der Bauausschuss einen Vergleichsvorschlag (zwei Werbetafeln in der Bamberg Straße 5 und der Coburger Straße 2 zulassen, damit das Unternehmen auf die Tafel in der Bamberger Straße 18 verzichtet) ab. Nur Bürgermeisterin Christine Frieß und Michael Doppel (FWG) stimmten dafür.

„Die kommunale Planungshoheit für Werbeanlagen wurde vor Gericht soweit ausgehöhlt, dass wir sie eigentlich nur noch im denkmalgeschützten Bereich verbieten können“, erklärte Geschäftsleiter Sven Dietel auf Anfrage von Ulf Müller (FWG), ob bei der Satzung ein Fehler gemacht worden sei. „An Bundesstraßen müssen die Anwohner also nicht nur den Verkehrslärm hinnehmen, sondern auch, dass sie mit Werbetafeln zugepflastert werden“, bedauerte Marco Hennemann (CSU).

Um die Rohre für den Hochwasserschutz in der Unterstadt verlegen zu können, sind Probebohrungen erforderlich. Durch eine Befragung der Anlieger der geplanten Trasse, auf der die Entlastungskanäle verlegt werden sollen, werde geklärt, ob Keller die Arbeiten behindern könnten, teilte Bürgermeisterin Christine Frieß mit.

Im Zuge der Arbeiten am Burgweg soll eine Stützmauer am Anwesen Willaschek mitsaniert werden (Kosten rund 20 000 Euro), hat der Stadtrat beschlossen.

Um weitere weiße Flecken bei der Breitbandversorgung (unter 30 Mbit) zu schließen beauftragt die Stadt das Planungsbüro Reuther Net-Consulting (Bad Staffelstein) mit Planungs- und Beratungsleistungen für 14 875 Euro, die von der Bundesregierung komplett finanziert werden. Beschlossen wurden die Jahresrechnung 2016 (Verwaltungshaushalt: 14,81 Millionen, Vermögenshaushalt: 3,59 Millionen Euro), eine Resolution zur Elektrifizierung der Oberfranken-Achse (Bahnstrecke Bamberg-Hof), die Verleihung von Sportmedaillen an 32 erfolgreiche Athleten bei der Sportlerehrung im Januar.

Einen erneuten Antrag zur Errichtung von Fußgängerbedarfsampeln in den Stadtteilen an der Bundesstraße 289 regte Wolfgang Sievert (SPD) mit Verweis auf neue Überwege in Mainleus an. Ob sich die Errichtung der Rettungswachen in Zettlitz und Weismain auf die Einhaltung der Rettungsfristen im Burgkunstadter Bereich auswirken, soll auf Anregung von Thomas Müller (Bürgerverein) erfragt werden.