ALTENKUNSTADT

Schüler verwöhnen die Senioren

„Darf es noch ein Stück Schmand-Himbeer-Torte sein?“, erkundigen sich Kira und Judith. Der Kaffeenachmittag mit Hauswirtschaftsschülern aus den zehnten Klassen der Altenkunstadter Mittelschule kam bei den älteren Bürgern sehr gut an. FOTO: Bernd Kleinert Foto: Bernd Kleinert

„Ich war drauf und dran die Veranstaltung abzusagen. Bei sage und schreibe sieben Anmeldungen“, klagte Angela Lohmüller. Doch die Quartiersmanagerin der Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ stoppte sie nicht und das war auch gut so. Denn beim Senioren-Kaffeenachmittag, zu dem die Caritas-Initiative eingeladen hatte, war der große Speisesaal des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums St. Kunigund in Altenkunstadt trotzdem komplett gefüllt.

„Mit diesem Kaffeenachmittag habt ihr älteren Menschen

ein ganz besonderes Geschenk gemacht.“

Angela Lohmüller, Quartiersmanagerin

Über das volle Haus freuten sich auch die Hauswirtschaftsschüler aus den zehnten Klassen der Mittelschule. Schließlich hatten sie zusammen mit ihrer Lehrerin Waltraud Fischer die gesellige Kaffeerunde organisiert. „Jugendliche verwöhnen Senioren“ lautete das Motto. Die Besucher, darunter Mieter der „In der Heimat wohnen“-Servicewohnungen, Heimbewohner sowie viele ältere Bürger aus Altenkunstadt und seinen Ortsteilen, genossen die Fürsorglichkeit der jungen Leute.

„Unsere Mädels und Jungs fanden die Idee, einen Nachmittag älteren Menschen zu widmen, großartig und waren sofort dabei“, erklärte Hauswirtschaftslehrerin Waltraud Fischer.

Leckereien an festlicher Tafel

Die Mittelschüler hatten aber nicht nur im Speisesaal die Tische festlich gedeckt, sondern mit ihren „Kollegen“ aus den neunten Klassen auch fleißig gebacken. „Wir haben Pflaumenmus-, Rotwein-, Käse- und Nusskuchen. Oder möchten Sie lieber ein Stück unserer leckeren Schmand-Himbeer-Torte?“, erkundigen sich Avelina und Celine nach den Wünschen. „Darf ich noch etwas Kaffee nachgießen?“, fragt Jeremias. Kaum sind ein Teller oder eine Tasse leer, sind die Jugendlichen auch schon mit Kuchenplatten und Kaffeekannen zur Stelle.

Waltraud Fischer trug im fränkischen Dialekt die Geschichte „Was der Bauer nicht kennt, frisst er manchmal aber doch“ vor. Die Story handelt vom 38-jährigen Benno, der bei einem Urlaub in Thailand eine hübsche Frau kennen lernt und diese auf der Stelle heiratet. Mit dieser Blitzhochzeit möchte er seiner Mutter zuvorkommen, die bisher jede seiner Freundinnen abgelehnt hat. Alle mögen das neue Familienmitglied, bloß die Mama nicht. Als die Verwandtschaft zu Besuch kommt, wird groß aufgekocht. Bennos Frau bereitet thailändische Spezialitäten zu, seine Mutter wartet mit Schweinebraten und Klößen auf: „Denn das ausländische Zeug mag doch sowieso keiner“. Doch da irrt sie gewaltig. Alles greift zu den thailändischen Speisen, nur zwei Klöße werden gegessen: Einen verzehrt Bennos Mama, der in ihrer Enttäuschung der Appetit vergangen ist, den anderen ihre Schwiegertochter.

„Mit diesem Kaffeenachmittag habt ihr älteren Menschen ein ganz besonderes Geschenk gemacht“, lobte Angela Lohmüller die Zehntklässer. Den Jugendlichen überreichte sie zum Dank süße Aufmerksamkeiten. Für ihre Lehrerin Waltraud Fischer gab?s ein dekorativ gestaltetes Geschirrtuch. Als die letzten Besucher gegangen waren, machten sich die Schüler ans Aufräumen. „Denn wir wollen den Saal so sauber und ordentlich verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben“, betonten Enja und Patrick.