BURGKUNSTADT

Surfen geht auch ohne Wellen

Nachdem sie sich an das Surfbrett gewöhnt haben, paddeln Emmi Beuschel (re.) und Nina Lohneis (li.) stehend über den Strössendorfer Baggersee. FOTOs: Tobias Hohner Foto: Tobias Hohner

Noch berühren die Knie von Emmi Beuschel und Nina Lohneis das Surfbrett, mit dem sich die beiden auf dem Wasser fortbewegen. Dann fassen die beiden jungen Mädchen ihren Mut zusammen und richten sich gemeinsam auf.

Vorsicht ist geboten, jede zu schnelle Bewegung endet mit einem Sturz ins kalte Wasser. Mit beiden Füßen stehen Emmi und Nina schließlich aufrecht auf ihrem Board. Zuerst noch wackelig und unsicher, dann ganz stabil. Die Fahrt auf dem Main kann für sie weitergehen, die im Rahmen des Sommerferienprogramms zum ersten Mal für Jugendliche angeboten wird. „Stand up Paddeln“ heißt der Sport, um den es sich dabei dreht.

Ursprung in Hawaii

„Stand up Paddeln“ ist an sich keine neue Erscheinung: Afrikanische Fischer hatten sich schon stehend auf ihren Kanus fortbewegt. Das „Stand up Paddeln“ auf einem Brett hat seinen Ursprung jedoch bei Surflehrern auf Hawaii. Diese benutzten zusätzlich ein Paddel, um schneller vom Ufer bis zu den Riffen und den Wellen zu gelangen. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zur Trendsportart. Und erreichte auch den Landkreis Lichtenfels.

Der Burgkunstadter Thomas Limmer ist leidenschaftlicher Surfer. Er hat vor vier Jahren das „Stand up Paddeln“ für sich entdeckt. Seither bietet er Kurse an, um Interessierten den Sport beizubringen. So wie den zahlreichen Jungen und Mädchen, die ihm aufmerksam zuhören, bevor sie aufs Wasser gelassen werden.

„Ihr steht schulterbreit auf dem Board. Dann stecht ihr mit dem Paddel abwechselnd auf die linke und rechte Seite.“
Thomas Limmer, „Stand up Paddeln“-Lehrer

„Beim ,Stand up Paddeln' steht ihr schulterbreit auf dem Board“, erklärt Limmer und macht vor, wie es richtig geht, „dann stecht ihr mit dem Paddel abwechselnd auf die linke und rechte Seite.“

Das setzen die jungen Paddler prompt in die Tat um: An der Mainbrücke bei Strössendorf steigen sie nacheinander auf ihre Surfbretter. Auf manches passen zwei Leute, andere wiederum sind nur für eine Person vorgesehen. Die restlichen Teilnehmer steigen auf das größte der Bretter, worauf locker zehn Passagiere Platz haben. Am Heck steht Thomas Limmer und ruft seinen Paddlern Kommandos zu.

„Nach links!“ ist zu hören, wenn zum Beispiel ein Ast in den Fluss ragt und die Fahrbahn blockiert. Also müssen die Jungen und Mädchen auf der rechten Seite kräftig mit ihren Paddeln ins Wasser stechen und so das Hindernis umfahren. Auf diese Weise gelangen die Teilnehmer zum Strössendorfer Baggersee, wo sie auf freier Fläche, das „Stand up Paddeln“ üben können.

„Ganz schön wackelig“

Geschicklichkeit und Balance sind hierfür ganz besonders wichtig, wie Nina Lohneis feststellt. „Am Anfang ist es ganz schön wackelig“, gibt die Zwölfjährige zu, die zum ersten Mal auf einem Surfbrett steht, „aber mit ein bisschen Übung hat man den Bogen raus.“

Obwohl sicherlich viele Teilnehmer zu Beginn ihrer Tour gedacht haben, „bloß nicht ins Wasser fallen“, hat zum Schluss auch der letzte Paddler diesen Gedanken von Bord geworfen. Mit Anlauf springen die Jungen und Mädchen nacheinander in den Baggersee und genießen planschend den restlichen Tag.

Paddeln wie aus dem Lehrbuch: Alexander Schubert hat den Bogen raus. Foto: Tobias Hohner