ALTENKUNSTADT

Lauter kleine Kochprofis am Werk

Geradezu professionell geht Sina mit dem Rührgerät um. Die junge Spiesbergerin bereitet den Teig für einen Schokoladenkuchen zu.FOTOs: Bernd Kleinert Foto: Bernd Kleinert

Konzentriert schneiden Antonia und Eva Paprikaschoten, Zucchini und Champignons in Streifen. „Das brauchen wir für eine Gemüse-Sahne-Soße“, verraten die beiden. „Und ich mache eine Hackfleischsoße“, verkündet Jana, die eifrig in einem großen Topf rührt. Egal, ob mit Fleisch oder vegetarisch – was soll es denn dazu geben? „Spaghetti natürlich, ist doch klar“, grinsen die Mädchen.

Das „Kinder-Kochen“ im Rahmen des Jugend-Sommerferien-Programms der Kommunen Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain kam bei den Kids überraschend gut an. Unter Leitung von Hauswirtschaftslehrerin Waltraud Fischer bereiteten sie leckere Speisen zu und erfuhren dabei Wissenswertes über Lebensmittel und ihre gesunden Inhaltsstoffe.

Was veranlasst knapp 30 Kinder, sich in den Ferien an zwei Vormittagen in der Küche der Altenkunstadter Mittelschule einzufinden, die Schürze umzubinden und zu kochen? Die vielen Fernsehköche haben sie gewiss nicht dazu inspiriert. Nur wenige haben von TV-Profis wie Johann Lafer schon 'mal gehört. „Kinder und Jugendliche kochen gerne. Ich merke das auch in meinem Unterricht immer wieder. Außerdem gibt es hinterher etwas Leckeres zu essen“, begründet Waltraud Fischer das Interesse.

Nachdem geklärt ist, wer was kocht, stellt die Hauswirtschaftslehrerin die Rezepte vor und informiert über die verschiedenen Zutaten. Hygiene spielt in der Küche eine wichtige Rolle. Die Kinder waschen sich die Hände. Lange Haare dürfen beim Kochen nicht stören. „Und worauf ist zu achten, wenn man Suppen und Soßen abschmeckt?“, fragt Fischer. „Dazu muss man jedes Mal einen frischen Löffel nehmen“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Die Hauswirtschaftslehrerin staunt immer wieder, wie gut die Mädchen und Jungs Bescheid wissen. Der ausgewogene Speiseplan wird dem jugendlichen Gaumen gerecht, hat aber mit Fast Food nicht das Geringste zu tun. Pizza-Schnecken soll es geben. Timo aus Seibelsdorf bei Kronach und sein Cousin Ben aus Burgkunstadt vermengen dafür in Würfel geschnittenen, gekochten Schinken, Salami und Käse mit Schmand. Und was braucht man noch? „Blätterteig und Pizza-Gewürz, damit das Ganze Geschmack kriegt“, weiß Matheo.

„Kinder und Jugendliche kochen gerne. Ich merke das auch in meinem Unterricht immer wieder. Außerdem gibt es hinterher etwas Leckeres zu essen.“
Waltraud Fischer, Hauswirtschaftslehrerin

Gemüsesticks mit Joghurt Dip gibt?s als vitaminreiches Fingerfood. In großen Töpfen sprudelt Wasser für die Spaghetti. Apropos Spaghetti. Worauf sollte man beim Garen denn besonders achten? „Sie müssen al dente sein. Sonst werden sie matschig“, wissen die Jungköche. „Und was darf man beim Kochen von Nudeln auf gar keinen Fall vergessen?“ fragt die Hauswirtschaftslehrerin in die Runde. „Es muss genügend Salz im Wasser sein, sonst schmecken sie nach gar nichts.“ Die „kleinen Schuhbecks“ kennen sich aus. Salz, Pfeffer und Paprika zählen zu den Basisgewürzen beim Kochen.

Schokokuchen und Pudding als Dessert

Etwas Süßes darf in einem Menü nicht fehlen. „Wenn ihr Lust auf Pudding habt, euch die Fertigprodukte aus der Tüte aber nicht schmecken, dann habe ich zwei tolle Rezepte für euch. Ihr werdet staunen, wie einfach das geht“, macht Waltraud Fischer die Kinder neugierig. Und die sind selbst überrascht, wie schnell sich doch Vanille- und Schokopudding zubereiten lassen. Auch ein Schokoladenkuchen steht auf dem Speiseplan. Sina bereitet dafür den Teig zu. Geradezu professionell geht sie mit dem Handrührgerät um. „Der Kuchen muss jetzt bei 175 Grad für eine dreiviertel Stunde in den Ofen“, verrät die junge Spiesbergerin. Zum Trinken gibt es Teebowle mit kleinen Obstspießen sowie Bananen-Milchshakes.

„Lauter kleine Kochprofis“, lobt Bürgermeister Robert Hümmer, der den Mädchen und Jungs über die Schulter schaut. Das Gemeindeoberhaupt dankt Waltraud Fischer für die kulinarische Bereicherung des Jugend-Sommerferien-Programms.

Festessen am dekorativen Tisch

Ein festliches Essen verlangt ein ansprechendes Ambiente. Schon zu Beginn hatte man einen großen Tisch eingedeckt und dekorativ geschmückt. „Jetzt wäre es dafür zu spät, nun haben alle nur noch Hunger“, schmunzelt die Hauswirtschaftslehrerin. Den Mädchen und Jungs mundet ihr selbst zubereitetes Menü vorzüglich. Nach dem Schlemmen wird die Küche wieder in Ordnung gebracht. „Nicht jedermanns Sache, aber auch das gehört halt zum Kochen“, erklärt Fischer mit einem Augenzwinkern.

„Welch ein Service“, freut sich Bürgermeister Robert Hümmer, der von Ben und Matheo mit einem köstlichen Dessert verwöhnt wird. An zwei Vormittagen wandelten knapp 30 Kinder, darunter Timo (li.) aus dem Kronacher Land, auf den Spuren von Lafer, Schubeck & Co. Foto: Bernd Kleinert