publiziert: 17.03.2017 16:50 Uhr
aktualisiert: 25.03.2017 03:33 Uhr
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Frontalangriff auf Geist und Gehirn

„Arrested Mind“ stellen ihr neues Album in der Alten Malzfabrik vor – Seit 25 Jahren aktiv
  • Die Gruppe „Arrested Mind“ lässt es seit 25 Jahren krachen. „Frontal“ heißt das neue Album, das die Gruppe am 25. März in der „Alten Malzfabrik“ in Kulmbach vorstellt. Das Foto zeigt (v. li.) Gitarrist Lars Bischoff, Schlagzeuger Simon Ries und Sänger Sascha Niessner. FOTO: Stephan Stöckel 
    Stephan Stöckel
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„Immer weiter, immer höher, immer schneller“, schallt es aus dem Munde eines dunkel grollenden Sängers. Die Gitarrensaiten glühen, die Töne rauschen im Eilzugtempo dahin, der Bass wummert, das Schlagzeug donnert. Dann der große Knall – wie entfesselt dröhnt es aus den Boxen: „Gegen die Wand“.

Die Hardcore-Metal-Band „Arrested Mind“ um den Altenkunstadter Gitarristen Lars Bischoff, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, bläst auf ihrem aktuellen Opus zum Frontalangriff auf Geist und Gehör, bei dem Klartext gesprochen und musikalisch „voll auf die Zwölf“ gegangen wird. Lars Bischoff ist kein Unbekannter in der Kunstadter Musikszene: Mit den Gruppen „Sunburn“ und „Perlaine“ feierte er einst große Erfolge. Eine Freundschaft verbindet ihn auch mit dem Burgkun-stadter Musicalkomponisten Udo Langer, in dessen Band „Klangfeder“ er einst mitspielte.

Einst bei Udo Langers „Klangfeder“

Darauf angesprochen, ob der Albumtitel „Frontal“ dieser Tatsache geschuldet ist, muss der Altenkunstadter nicht lange überlegen: „Definitiv.“ „Wir haben einen kurzen und prägnanten Titel gesucht. Das Adjektiv ,Frontal‘ passt wie die Faust aufs Auge zu dem Album“, konkretisiert der zweite Gitarrist der Band, Michael Thienel. In verrückten Zeiten wie diesen wolle man Haltung zeigen und Stellung beziehen, fährt er fort. Das ziehe sich textlich und musikalisch durch das ganze Album.

„Bist du bereit zu all dem ,Nein!‘ zu sagen?“, fragen die Musiker in dem Lied „Gegen die Wand“. In einer hektischen, von Informationsüberflutung geprägten digitalen Welt gibt es für manche nur noch das besungene „höher, schneller, weiter“. „Es gibt verstärkt Psychostress“, beklagt Thienel. Statt abzuschalten, zögen sich die Menschen immer mehr Infos rein. „Jeder rennt nur noch gnadenlos weiter“, resümiert der Musiker.

Schlagzeuger Simon Ries und Lars Bischoff greifen den Gedanken von den „verrückten Zeiten“ auf. Ersterer verweist auf den Trend, sich mit Schrittzählern und Fitnessarmbändern auf Schritt und Tritt zu überwachen – selbst im Schlaf. Letzterem kommen die Aussagen von Wissenschaftlern in den Sinn, die daran forschen, das menschliche Gehirn leistungsfähiger zu machen. „Damit wir mit der künstlichen Intelligenz mithalten können.“

Gegen die „Neue Braune Mitte“

Die Musiker halten auf ihrer CD aber auch der „Neuen Braunen Mitte“, so der Titel eines Liedes, einen Spiegel vor. Wohlgenährte Menschen in einem reichen Lande, die nichts teilen wollten, die gegen Flüchtlinge hetzten und die Augen vor dem Elend in der Welt verschlössen, zählt Thienel zu dieser ganz speziellen Mittelschicht. Simon Ries stellt ernüchtert fest: „Rassismus ist wieder salonfähig geworden.“ Mit solchen Liedern wollen die Musiker, „Denkanstöße geben“, wie es Sänger Sascha Niessner wörtlich formuliert. „Aber wir wollen nicht predigen“, stellt Lars Bischoff klar.

Album und Konzert

Aufgenommen wurde das Album „Frontal“ der Gruppe „Arrested Mind“ an einem Wochenende im August vergangenen Jahres im Proberaum der Gruppe in der Gößmannsreuther Kulturschule in Kulmbach. Den Feinschliff erhielten die Aufnahmen in den renommierten „Kohlekeller-Studios“ in Seeheim bei Darmstadt, wo erfolgreiche Bands der Metalszene wie „Powerwulf“ oder „Eskimo Callboy“ ihre Scheiben einspielen. Die CD ist ab seit dem 17. März in allen gängigen Internetshops und Streaming-Diensten sowie über den Vertrieb „Time Zone“ bundesweit in allen Tonträgerfachgeschäften erhältlich.

Live vorgestellt werden die Stücke am Samstag, 25. März, ab 20 Uhr in der „Alten Malzfabrik“ in Kulmbach. Das Vorprogramm bestreiten die junge Kulmbacher Band „Lions From Alaska“ und die Frankfurter Band „Mein Kopf ist ein brutaler Ort“. Letztere Gruppe verbindet eine langjährige Freundschaft mit „Arrested Mind“, die nicht von ungefähr kommt. Bei der Gruppe spielt Jürgen Hetz Bass mit, der einst in der Burgkunstadter Musikszene aktiv war.

Von unserem Mitarbeiter Stephan Stöckel
    
    

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