publiziert: 10.02.2017 15:35 Uhr
aktualisiert: 18.02.2017 03:33 Uhr
» zur Übersicht Altenkunstadt, Burgkunstadt, Weismain
    
    
Artikel
 
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text ALTENKUNSTADT

Erste Antenne schon stillgelegt

Altenkunstadt ist Vorreiter bei der Verlegung von Mobilfunkmasten aus Wohngebieten
  • Abgeschaltet: Ein erster Schritt zu einer Verlagerung der Mobilfunkantennen aus dem Ortskern von Altenkunstadt ist die Stilllegung des Funkmasts auf dem BMF-Gebäude. Demnächst soll die Antenne abgebaut werden. Stattdessen nutzt die Firma Vodafone den Funkmast in der Burgkunstadter Dr.-Anton-Sattler-Straße. 
    Foto: archiv
Bild   von  
 

Einen in der Region einmaligen Erfolg im Bemühen, Mobilfunk-Antennen aus Wohngebieten fernzuhalten, um mögliche Gesundheitsrisiken zu verhindern, hat die Gemeinde Altenkunstadt mit der Ausweisung eines Alternativstandorts auf dem Gemeindeberg Külmitz erreicht. Der 379 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernte Standort soll künftig das gesamte Gemeindegebiet mit Mobilfunk und LTE versorgen. Ein erster Schritt ist die Abschaltung der Funkantenne auf dem Gebäude der Firma BMF an der Mainbrücke durch die Betreiberfirma Vodafone. Wann auch die Antenne auf dem Hochhaus in Woffendorf abgeschaltet wird, steht noch nicht fest.

Ziel der Anstrengungen zu einer vorsorgeorientierten Mobilfunkversorgung, die die Bürgerinitiative Mobilfunkstandort Altenkunstadt (BI) angestoßen hat, ist der Abbau der vorhandenen Funkantennen in Wohngebieten und die Verhinderung von weiteren Installationen. In einem Dialogverfahren hat sich die Gemeinde mit der Telekom auf den neuen Standort auf dem Külmitz und den Abbau der Woffendorfer Antenne geeinigt. Einen Anmietungsvertrag dafür hat die Deutsche-Funkturm-Gesellschaft im Oktober mit der Gemeinde abgeschlossen, wie berichtet. Der neue Mast soll innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre errichtet werden, wie Geschäftsleitender Beamter Alexander Pfaff auf Nachfrage erklärte.

„Wir setzen auf die Macht des Faktischen – die Telekom braucht den neuen Standort, um das Gemeindegebiet mit LTE zu versorgen.“
Alexander Pfaff, Geschäftsleitender Beamter

Ein Unsicherheitsfaktor ist allerdings noch die Finanzierung. Um den neuen Standort möglichst wirtschaftlich zu betreiben, sucht die Telekom einen weiteren Betreiber als Mitnutzer. Für den Fall, dass sich kein zweiter Betreiber findet, hat sich die Deutsche Funkturm eine Ausstiegsklausel vorbehalten. „Wir setzen auf die Macht des Faktischen – die Telekom braucht den neuen Standort, um das Gemeindegebiet mit LTE zu versorgen“, meint Alexander Pfaff dazu. Denn den Antrag, die Antenne auf dem Hochhaus in Woffendorf mit LTE-Technik nachzurüsten, hat der Gemeinderat abgelehnt. Somit wäre dieser Standort technisch nicht mehr interessant für den Betreiber.

„Der Standort ist weiter für eine Mitnutzung offen; es gibt aber noch keine konkreten Vereinbarungen“, teilte Telekom-Sprecher Dr. Markus Jodl dazu mit. Ob der Mast auf dem Külmitz auch ohne weiteren Nutzer gebaut werden soll, wollte er nicht sagen. Vorgesehen sei eine Baubegehung der zuständigen Planer auf dem Külmitz in den nächsten Wochen. „Sofern es bei der Baugenehmigung keine Schwierigkeiten gibt – wovon wir ausgehen, weil der Standort mit der Kommune abgestimmt ist – könnte der Mobilfunkmast noch in diesem Jahr realisiert werden“, so Jodl. Die Antenne auf dem Hochhaus werde allerdings erst außer Betrieb genommen, wenn Ersatz geschaffen wurde, um die Mobilfunkversorgung unterbrechungsfrei zu gewährleisten.

Vodafone sendet von Burgkunstadt

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Betreiberfirma Vodafone die Antenne auf dem Dach der Besteckfabrik BMF an der Mainbrücke bereits im Februar vergangenen Jahres außer Betrieb gesetzt. Die Versorgung des Altenkunstadter Gemeindegebiets (alle Dienste, GSM, UMTS, LTE) erfolge seitdem von dem Funkmast in der Burgkunstadter Dr.-Anton-Sattler-Straße aus, erklärte eine Vodafone-Sprecherin. Ein Abbau der Antenne sei demnächst geplant. Ein Interesse an einer Nutzung des neuen Standorts habe der Betreiber allerdings nicht, da erst in die Burgkunstadter Antenne investiert worden sei.

Erstaunt über das Aus für die Antenne auf dem Gebäude der Besteckfabrik zeigte sich BMF-Geschäftsführer Peter Graf. „Fakt ist, dass wir bis zum heutigen Tag keinerlei Infos haben, dass diese Antenne verschwinden soll, geschweige denn vom Netz genommen wird“, meint der Vermieter. Weder die Firma Vodafone, noch der Bürgermeister hätten deswegen mit ihm gesprochen. Wert legt er auch auf die Erfüllung des Mietvertrags, der mit Vodafone auf eine Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen sei und für das Unternehmen, das mit Bestecken für den Gastronomiebedarf handelt, eine schöne Zusatzeinnahme biete.

Der Mobilfunk-Kompromiss

Der Trend zu Smartphones und Tablets führt zu einem steigenden Bedarf an mobiler Datenübertragung. Um die LTE-Versorgung in Altenkunstadt zu sichern, hatte die Telekom eine Aufrüstung der Mobilfunkantenne auf dem Hochhaus in Woffendorf beantragt. Das hat der Gemeinderat abgelehnt. Auf Initiative der Bürgerinitiative Mobilfunkstandort Altenkunstadt hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren erfolgreiche Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass Funkmasten nur noch außerhalb der Wohnbebauung zulässig sind.

So hat der Gemeinderat eine Veränderung des Flächennutzungsplans zur Konzentration von Mobilfunkflächen ebenso beschlossen, wie eine Veränderungssperre und ein Immissionsgutachten. In einem Dialogverfahren mit der Telekom hat sich die Gemeinde als Kompromiss auf einen Alternativstandort für einen Mobilfunkmast auf dem vorderen Külmitzberg geeinigt. Nach dessen Errichtung soll die Antenne auf dem Hochhaus stillgelegt werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Gerhard Herrmann
    
    

Diesen Artikel

    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen.
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Obermain Service

23.03.2017
Obermain Service  (16 Seiten | 6.22 MB)
16.03.2017
Obermain Service  (20 Seiten | 10.73 MB)
    
Anzeige
    

Bad Kurier

23.03.2017
Bad Kurier  (24 Seiten | 3.86 MB)
09.03.2017
Bad Kurier  (24 Seiten | 3.7 MB)
    
Anzeige